Frische Mische gehören ebenfalls zu den Monsters Of Liedermaching. Von daher sind sie eine Vorstellung auf dieser Seite allemal wert.
Das Hamburger Duo "Frische Mische". Der Name ist Programm:
breitgefächert und feinfühlig, verspielt und mit einer überzeugenden Eleganz kommt schon Pensens Gitarrenspiel daher. Dazu ein zweistimmiger Gesang, der, gut abgestimmt und arrangiert, bisweilen den Flair alter Chansons erreicht. Labörnski, zuständig auch für die schrägeren Parts, nutzt die Freiräume zu stimmlichen Ausbrüchen, die die Lieder sekundenlang in die Nähe eines Hörspiels rücken.
Die musikalische Verspieltheit setzt sich textlich fort: Frische Mische sind moderne Eulenspiegel, die charmant durch die Alltagsprobleme des Wohlstandsdeutschen führen - Penisneid und Psychoanalyse, Geschlechterkampf und verkorkste Beziehungen, Biene-Maya-Idylle und Millionärshymne - es scheint ihnen einen geradezu diabolischen Spaß zu machen, uns einen Spiegel vorzuhalten. Und sie tun das mit einer Unbekümmertheit und einer durchgängig spürbaren Lust an der eigenen Musik, daß wir gar nicht anders können, als mitzulachen über unser komisches Leben. (Heinz Ratz)
Pensen und Lambada oder Peer Jensen und Jan Labinski sind die beiden "Alten" was den Hamburger Popkurs angeht. Pensen hat schon den "Wir sind Helden" Popkurs im Jahr 2000 angeschlossen. Beide spielen in verschiedenen Formationen. Hauptsächlich sind sie mit den "Monsters of Liedermaching" erfolgreich unterwegs. Pensen ist dabei der feinfühlige, verspielte Gitarrist, Jan Labinski, zuständig auch für die schrägeren Parts, nutzt die Freiräume zu stimmlichen Ausbrüchen, die die Lieder sekundenlang in die Nähe eines Hörspiels rücken. Die musikalische Verspieltheit setzt sich textlich fort: Frische Mische sind moderne Eulenspiegel, die charmant durch die Alltagsprobleme des Wohlstandsdeutschen führen Penisneid und Psychoanalyse, Geschlechterkampf und verkorkste Beziehungen, BieneMayaIdylle und Millionärshymne es scheint ihnen einen geradezu diabolischen Spaß zu machen, uns einen Spiegel vorzuhalten.
lausch-lounge.de
Lieder Machen Leute
Genre: Liedermaching
Bitrate: 199 kBit/s (VBR)
Year: 2003
Dienstag, September 25, 2007
Frische Mische - Lieder Machen Leute
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Montag, September 24, 2007
Rüdiger Bierhorst - Ich Jetzt!
Rüdiger Bierhorst stammt aus einer Familie, in der es keine Musiker gibt. Er selber ist der Ansicht, dass dies der Grund ist, dass er keiner geworden ist. Wieviel kleiner kann ein Liedermacher sich machen? Blödsinn! Bierhorst ist einer der Großen, der Unmissbaren der Berliner-Schnauzen-Szene, eine Kaliber-Fresse, die ausspricht, was andere nur denken oder leise flüstern. Einer, der zwar nicht alle Wahrheiten kennt, uns aber dazu anstichelt, uns mit unserer ersteinmal auseinander zu setzen, drüber nachzudenken und festzustellen, dass uns aller Alltagsproblemchen an sich dieselben sind, man mit ein wenig Ironie und Durchsetzungsvermögen sowie Humor diese locker hinter sich lassen kann, wenn auch nur für einen Songwriter-Abend in einer gemütlichen Berliner Kneipe. Bierhorst tourt gewöhnlich solo durch`s Land oder taucht mit seinen Kumpanen von den Monsters Of Liedermaching auf, um mit einer urswitzigen Truppe Mensch mit vielen Gitarren das Leben zu besingen, niederzutrinken und wegzurauchen. Diese Truppe besteht aus lieben Jungs wie Fred Timm (Ex-Norbert & Die Feiglinge), Burger (Sänger der Punk-Formation Die Schröders und Inhaber einer Werbeagentur), den zwei Burschen von Frische Mische und Flotte Totte, die jeweils als Unikum recht harmlos wirken, aber in Monsters-Kombi so richtig abgehen. Ein Kreativ-Kollektiv wie selten erlebt.
Das erste Lied, das aus Bierhorst`s Feder floß, hier noch ganz unschuldig "Deluge 1984". Hier ging es um Weltuntergang, Zukunft und arme Kinder. Laut Rüdiger ein absolut mieser Song, für den man nichtmal Gitarre spielen müssen kann, aber komisch, normalerweise begegnen uns solche Nummern doch regelmäßig wie faule Frühstückseier, meistens in den Charts auf den vordersten Plätzen. Er versteht es, seine
Klampfen-Vergangenheit trickreich zu verstecken ... Zwei Vinylscheiben brachte seine Schüler-Combo hervor. Als Jugendlichen zog es Rüdi nach Bärlin, wo er noch heute lebt und wirkt. Bierhorst landete im "Go", das derzeit total angesagt war, erlebte dort Songs, die viel arger waren als sein "Deluge 1984" und dachte sich, er könnte es sich ja auch mal trauen, was er tat, was er erfolgreich tat und bis heute tut. Rüdiger wünschte sich wenig, kam immer sehr bescheiden rüber, ist mit gefüllten Clubs und an der richtigen Stelle abgehenden Zuschauern und -hörern glücklich. Nach dem Debüt "ohne Gewähr" ist "ich jetzt!" Rüdiger`s zweites CD-Album.
Rüdiger Bierhorst kann man aufgrund dieses Albums mit dem treffenden Namen "ich jetzt!" auch als Volkes Stimme bezeichnen. Er besingt alles, was der Normalo, der Nicht-Liedermacher auch besingen würde, wenn er denn könnte. Sei es der "Montag", an dem wohl viele unter uns gerne mit 37,5 Grad Celsius schon kurz vor der Büro-Ohnmacht stehen würden. Oder die "Muse", die ihren Pflichten nicht nachkommen will und dem Herrn Liedermacher die entsprechenden Küsse verweigert. Gesungen wird auch über die Neurose der Bühnensucht. Herr Bierhorst schreit nach Bediensteten, die wir wohl alle gerne hätten, damit wir unsere Freizeit sinnvoll vernichten können: "Ich brauch Personal". Mit alten Beziehungskisten wird über "Mona" klar Schiff gemacht. Und wer einmal zum "WSV im Ka De We" gewesen ist, wird Rüdi bei diesem Song wohl am liebsten das Händchen tätscheln, dazu verständnisvoll nicken wollen. Oder "Rangsdorf", ein Song, den man wohl nicht unbedingt begreifen muss, der aber dadurch eine liebevolle Macke bekommt, vor allem durch ein herrlich kreischendes E-Gitarren-Solo. "Indiskret" rüttelt an der Schmieren-Plauderei, die immer wieder gern genutzt wird, um sich gesellschaftlich interessant darzustellen.
Alle Songs auf "ich jetzt!" sind feinstes Songwriting, oder wie Rüdi selber sagt: Liedermaching. Die Konzertklampfe steuert den Bierhorst durch die Nummern, mal in Bandbegleitung, ganz obligatorisch, teilweise live aufgenommen (2003 in Bierhorst`s Stammkneipe "Ufer Café" in Wedding), teilweise in Rüdiger`s guten Stube daheim, bis das Equipment den Geist auf gab (welches er, ganz Bierhorst`sche Art, jetzt als Türstopper verwendet). Als Background-Unterstützung muss teilweise Tina, die Bar-Bedienung im Club herhalten. Aber keine Mona könnte zauberhafter uns Rüdiger lyrische Watschen geben. Ein herrlicher Klinch, auf den man gleich einen heben sollte.
Zuprosten sollte man eigentlich gleich der ganzen Scheibe, die vor Huldigungsmomenten nur so strotzt. Bierhorst ist etwas Besonderes, Bierhorst ist ironisch, schmutzig, sarkastisch, genial-witzig und tiefgründig. Ein Fußvolk-Entertainer, der sich heimlich in die Herzen der Zuhörer schleicht und diese im Regelfall auch gleich ganz dreist für immer und ewig besetzt. Liedermacher gibt es viele, Leute, die meinen, sie müssten Gitarre spielen noch viel mehr, aber nur wenige, die dieses wunderbare Talent zu Bänkelliedern machen, die dem Volk aus der Seele sprechen, diese ab und an auch ganz schlicht nur auskotzen. Nummern, in denen wir uns einfach wiederfinden, die man pur aufsaugen kann. Es ist nicht zu begreifen, warum Rüdiger Bierhorst sich als Nicht-Musiker betitelt. Solange es Möchtegern-Gitarristen gibt, die nur mit dem Daumen die Saiten anschlagen und damit ihre Brötchen verdienen, hat Bierhorst auf jeden Fall Weltniveau erreicht :-) "ich jetzt!" ist eine Anschaffung für`s Leben und als praktisches Beiwerk für jede Aussteuertruhe bestens geeignet.
cdstarts.de
Ich jetzt
Title
01 Schubidibapp
02 WSV Im Ka De We
03 Montag
04 Dienstag
05 Sonntag 2
06 Ich Brauch Personal
07 Bühnensüchtig
08 Hömma
09 Mona
10 Frühling
11 Rangsdorf
12 Indiskret
13 Busenwunder
14 Alles Für Mich
15 Muse
16 !
Genre: Liedermaching
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2005
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Sonntag, September 23, 2007
DER FLOTTE TOTTE - Der zweite Teil
DER FLOTTE TOTTE -
LIEDERMACHING AUS KLEIN FLOTTBEK
Der flotte Totte ist ein netter Kerl. Sagen zumindest die Leute, die ihn mögen. Glücklicherweise werden das immer mehr, denn Totte versteht es, das Publikum zu fesseln.
Seine Lieder sind, laut eigener Aussage, irgendwo zwischen HipHop und Punkrock anzusiedeln, die Gitarre soll rocken, der Humor zumeist die Oberhand behalten.
In seinen Texten geht es dabei äußerst wild zu: Ob seine Liebe zu Marion oder sein Haß auf Gitarristen, sein Hunger auf Döner oder sein Neid auf Häschen, kein Thema ist ihm zu banal, keine Idee zu weit hergeholt, um nicht in kernige Akkorde gebettet und der erlauchten Hörerschaft frisch präsentiert zu werden.
Diese wiederum dankt es ihm, indem es sich nicht scheut, auch der Öffentlichkeit laut zu verkünden: Der flotte Totte ist ein netter Kerl.
Wenn er nicht solo oder mit seinem Kollegen Fred Timm unterwegs ist, rockt er als Mitglied der „Monsters of Liedermaching“ (www.monstersofliedermaching.de) alle Bühnen, die sich bieten, um ausleassene Parties zu zelebrieren und breites Lächeln in sonnige Gesichter zu zaubern, denn - so Totte - ein breites Lächeln im sonnigen Gesicht, das zeugt von Stil.
(Kontakt und Infos: www.flottetotte.de)
The Rawpower Of Erdmännchen
Genre: Liedermaching
Bitrate: 160 kBit/s
Year: 2004
Der Flotte Totte - Einhornhenkst
Einhornhenkst
Genre: Liedermaching
Bitrate: 128 kBit/s
Year: 2004
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Samstag, September 22, 2007
Acapulco Gold - Rock In Einer Sprache Die Jeder Versteht
Weltfremd, ausgeflippt und asozial!
Wo nimmst Du das her
Du kannst mich mal
Du hast nie Deinen Kopf riskiert
Damit Dir bloß nichts eigenes passiert
Na wenn's Dir gefällt
Dann halt Dich ruhig dran
ICH TÖRN LIEBER AN!
hhano hat uns dieses Erstlingswerk der Kölner Rockband aus den frühen Achtzigern zur Verfügung gestellt. Dreckiger Rock, anarchisch und laut! Wer Ton Steine Scherben oder Schröder Roadshow mag, der wird auch Acapulco mögen! Eine Randnote sei noch erlaubt: der hier im Interview angesprochene Matthias Keul hat nicht nur bei BAP und Wolf Maahn, sondern auch bei den von mir seht geschätzten the piano has been drinking... (Gerd Köster, Frank Hocker u.a.) mitgespielt.
Musik An Sich(MAS):
Hallo Marcus,
Acapulco Gold sind Vergangenheit; All about 50 Deine musikalische Gegenwart. Verzeih, dass ich – nachdem wir im letzten halben Jahr alle wieder veröffentlichten Acapulco Gold Alben besprochen habe – trotzdem vor allem nach dieser Zeit Frage – obwohl das Interview parallel zur Veröffentlichung der All about 50 Review erscheint.
1980 ist Euer Debütalbum, Rock in einer Sprache die jeder versteht, erschienen. Ich nehme mal an, dass Ihr die Scheibe nicht als Profimusiker veröffentlicht habt. Was waren das für Typen, die dieses Album zu einer Zeit veröffentlicht haben, in der es deutschsprachige Rockmusik ja noch sehr schwer hatte? Was habt Ihr gemacht, wenn Ihr nicht in Sachen Acapulco Gold unterwegs ward?
Marcus Neu:
Wir haben alle bei irgendwelchen Jobs unsere Rücken krumm gemacht und den Sinn des Lebens gesucht, und der hatte irgendwie was mit Musik zu tun. Es gab viele Jamsessions, das war ein prägendes Merkmal der damaligen Zeit. Meine Lieder mussten so einfach strukturiert sein, dass jeder sofort ohne groß zu proben mitspielen konnte. So dauerten die Lieder live immer sehr viel länger, klangen mal besser oder schlechter, aber immer anders als auf der Platte.
MAS:
Gibt es Live-Mitschnitte, die noch einmal veröffentlicht werden könnten – oder gar schon sind?
Marcus Neu:
Wir haben einmal in den 90ern ein Konzert komplett auf Video aufgenommen. Soweit ich mich daran erinnere, war das gar nicht schlecht. Das gibt`s aber nur einmal. Man müsste und könnte das bestimmt bearbeiten. Vielleicht hast du mich da ja auf eine Idee gebracht.
MAS:
Wenn man über eine deutschsprachige Kölner Band aus den frühen 80ern spricht, liegt der Gedanke an BAP nahe. Ich glaube in den Linernotes zu der Wiederveröffentlichung eures Debüts sind sie sogar erwähnt und zwar mit dem Duktus, dass ihr damals insbesondere mit dem von Dir als „Identifikationssong einer breiten Masse“ bezeichneten “Ich törn lieber an“ erst einmal ein größere Rolle in der Südstadt-Szene gespielt habt.
Erzähl doch einmal etwas zu eurem Verhältnis zu BAP – und vielleicht auch zu anderen Helden der damaligen Zeit, wie z.B. Wolf Maahn.
Marcus Neu:
Wir kannten die, hatten aber kein Verhältnis zu denen. Niedecken war schon mal als kölscher Bob Dylan bei uns im Vorprogramm, als es BAP noch nicht gab. Man kannte sich, aber wir waren immer eher die wilden Kerle, die schon mal für Chaos sorgten. Unser damaliger Bassist Mathias Keul war vorher bei Wolf Maahns Food Band und bei BAP.
MAS:
Euer zweites Album enthält den Song, den wohl die meisten kennen, die überhaupt etwas mit Euch verbinden. Das Stück mit dem biblischen Titel “Sodom und Gomorrah“ war zumindest im WDR ein ganz respektabler Fetenhit. Hat dieser Erfolg viel für Euch verändert?
Marcus Neu:
Wir haben uns natürlich gefreut und durch den erhöhten Bekanntheitsgrad mehr Auftritte bekommen. Andererseits war das Stück für eine bis dahin reine Gitarrenband eher untypisch keyboardlastig, und die Leute, die wegen dem Lied zu unseren Konzerten kamen, wussten oft mit unserem etwas wildem Restprogramm nichts anzufangen. Anfangs hab ich das Stück noch auf dem Klavier gespielt, später kam dann mit Wolfram Binder ein Keyboarder in die Band, und mit der Zeit wurde unsere Livemusik sagen wir mal: strukturierter.
MAS:
Was steckte hinter dem biblischen Bild? Eine fromme Band seid ihr ja erkennbar nicht gewesen.
Marcus Neu:
Obwohl wir nicht so offensichtlich eine politische Band waren, habe ich uns doch immer als eine solche verstanden, und viele damalige Fans denke ich auch. Wir waren fester Bestandteil vieler alternativer Festivals, und “Sodom und Gomorrah“ ist ein immer noch aktueller Song über den Zustand der Umwelt. Der Text ist sogar in einem Nordrheinwestfälischem Religionsbuch erschienen und Schulkinder waren aufgefordert ihn zu interpretieren.
MAS:
Als eine Besonderheit von Acapulco Gold auf den beiden ersten Alben sind mir ein paar Songs mit recht skurrilen Texten aufgefallen (“Otto der Floh“, “Mahlzeit“, “Samen“, “Kieselstein“ und “Freddie“).
Gab es da jemanden in der Band, dem so etwas besonders lag?
Marcus Neu:
Da ich die Texte gemacht hab, da muss ich ja sagen, dass das mir lag, die kleinen Dinge zu beschreiben, die dann doch eine große Rolle spielen, oder die großen Rollen in Frage stellen.
MAS:
Spielten diese Songs eine besondere Rolle bei der Wahrnehmung der Band?
Marcus Neu:
Ich denke schon. Wir waren ja so was wie ne Wohngemeinschaftsband, und in den Anfängen hatten viele junge Wohngemeinschaftler Probleme unterschiedlichster Art mit den kleinen Tieren, den großen Tieren und dem Ungeziefer.
MAS:
Das erste Album ist ja wohl in Eigeninitiative erschienen. Wie sah das im Laufe Eurer Karriere mit Plattenverträgen und Vertriebsdeals aus?
Marcus Neu:
Horst Lüdtke, ein Labelmanager der EMI, wollte uns für sein Label bei der EMI haben, aber das kam nicht zu Stande. Mit seinem Know How und seiner Hilfe haben wir dann die Produktion und die Promotion selbst in die Hand genommen. Das war damals noch ein ungewöhnliches Vorgehen, und dadurch waren wir für einige Sender und Stadtmagazine interessant genug für einen Bericht. Da wurde dann immer unsere Adresse genannt, und die Leute konnten die LP direkt bei uns bestellen.
Da wir teilweise zusammen wohnten, haben wir zu Hause die LPs eingetütet und zur Post gebracht. Als das dann schließlich zu viel wurde, fanden wir einen unabhängigen Vertrieb für die erste LP, der dann auch die zweite und dritte vertrieb.
Für „Unkraut vergeht nicht“ auf der dritten LP haben wir von der EMI Geld bekommen. Die haben das als Single veröffentlicht. Von dem Geld haben wir die ganze dritte LP finanziert.
MAS:
1991 erschien nach einer längeren Pause ein viertes Album – in völlig neuer Besetzung und mit Deinem Namen prominent im Titel. Waren das eigentlich noch Acapulco Gold – oder eigentlich etwas Neues?
Marcus Neu:
Ich hatte mir mit meiner Familie eine Auszeit in der Spanischen Sierra genommen, und versucht den Traum vom aufs Land ziehen zu verwirklichen. Da ist dann leider nichts draus geworden, und wieder in Köln habe ich mit dem Keyboarder Wolfram Binder und neuen Musikern neue Lieder eingespielt. Wir wussten, dass das was anderes als Acapulco Gold war, konnten aber als Acapulco Gold immer noch Auftritte bekommen, und außerdem spielten wir live auch alle meine alten Lieblings Acapulco Stücke, die waren ja so was wie ein Teil von mir. So war der irritierende CD Titel für mich plausibel.
MAS:
Dein aktuelles Album Diggers erscheint unter dem Bandnamen All about 50. Darauf sind neben einem deutschen und zwei englischen Titeln von Dir vor allem Coverversion von Blues-, Country- und Rockklassikern. Von außen betrachtet wirken All about 50 erst einmal, wie eine von 100.000 Feierabendbands, in denen Hobbymusiker ihrer Passion frönen. Wie würdest Du den Status von All about 50 selber beschreiben?
Marcus Neu:
All about 50 ist die reinste Hobby Band, die es gibt, aber Klasse, und wir treten auf, ab und zu. Wir versuchen nicht zu klingen wie Originale, wir sind selber welche und wollen den Spirit der Zeit in der die Stücke entstanden, und wie wir sie verstanden haben und immer noch verstehen, rüberbringen.
MAS:
Was bedeutet der Bandnamen? Sind alle Bandmitglieder um die 50, oder wollt ihr alle Menschen um die 50 mit Eurer Musik ansprechen?
Marcus Neu:
Beides, aber auch die Jungen mögen uns.
MAS:
Ist All about 50 ein auf diese CD beschränktes Projekt oder hast Du Zukunftspläne mit der Band, dem Projekt?
Marcus Neu:
Nein, keine Zukunftspläne, außer frisch und gesund bleiben.
MAS:
Sind die beiden deutschen Titel Restverwertungen aus Acapulco Gold Tagen, oder ein Hoffungszeichen, dass in der Zukunft auch wieder deutsche Rockmusik von dir zu erwarten ist?
Marcus Neu:
In Planung ist eine CD mit meinen Liedern, aber nicht die Rock Version, sondern eher die akustische Variante.
MAS:
Die CD Diggers kann man über die Mix united Page beziehen (www.mixunited.com). Gibt es andere Möglichkeiten All about 50 zu erleben – z.B. live?
Marcus Neu:
Acapulco Gold, bestehend komplett aus der Marcus Neu- oder Acapulco Gold-Band plus dem uralt Acapulco Gold Gitarristen Kai Waindinger, spielen bei "Generations on Stage" am 19. Mai in der Kantine in Köln. (Was bei Erscheinen der Juni-MAS leider schon Geschichte ist; NvF)
All about 50 hat im Moment keine Termine.
Norbert von Fransecky
Rock In Einer Sprache Die Jeder Versteht
Genre: Rock
Bitrate: 128 kBit/s
Year: 1980
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Freitag, September 21, 2007
KT Tunstall

KT Tunstall ist Schottin mit chinesischen Wurzeln. Ziemlich exotisch. Wie so eine Kombination zustande kommt? Tunstall wird im Kindesalter von schottischen Eltern adoptiert und wächst im Universitätsstädtchen St. Andrews auf. Genau, dort wo Prinz William studiert.
Mit Musik hat sie zunächst gar nichts am Hut. Erst die Platten ihres älteren Bruders, vor allem "Hunky Dory" von David Bowie, ziehen sie in den Bann der Musik. Sie beginnt Klavier zu spielen, später kommt die Flöte dazu. "Ich bin ziemlich sicher, dass ich singen lernte, weil mir jemand eine Kassette mit Musik von Ella Fitzgerald gab. Sie war meine Gesangslehrerin", sagt Tunstall selbst. Nicht die schlechteste Referenz.
Mit 16 Jahren bringt Tunstall sich mit Hilfe eines Lehrbuches selbst das Gitarrespielen bei. Ihre ersten Songs sind nach eigenem Bekunden 'schmalziger Liebeskram'. Später bringt ein Studien-Aufenthalt in Connecticutt die musikalische Reife mit sich. Sie wohnt in einer Hippie-Kommune, gründet ihre erste Band und tritt bei Open Mic-Abenden auf.
In London belegt Tunstall schließlich einen Musikkurs am Royal Holloway College. Zwar kann sie keine Band auf die Beine stellen, gewinnt aber dennoch einen Bandwettbewerb - zusammen mit einem Mandolinenspieler. Zurück in St. Andrews gründet Tunstall erneut eine Formation.
Ihr erstes Album soll sie aber erst einige Jahre später aufnehmen. Produzent Steve Osborne, der auch schon mit U2 und New Order zusammen arbeitet, nimmt sie unter seine Fittiche. Die Aufnahmen finden in einem kleinen Studio in den Wäldern von Wiltshire statt. Wichtig ist Tunstall dabei, nicht zu viel Technik im Studio zu haben. Lieber lo-fi ist die Devise auf "Eye To The Telescope". So kreiert sie ein Album voller sparsam instrumentierter Songs, mit denen sie auf den Spuren von Dido und Norah Jones wandelt.
Im Oktober 2006 veröffentlicht Tunstall ihr Wohnzimmer-Album "Acoustic Extravaganza" als CD und DVD-Edition. In nur 36 Stunden spielt sie die Songs ein. Knapp ein Jahr später, im September 2007, erscheint "Drastic Fantastic", das komplett anderen Einflüssen als "Eye To The Telescope" unterliegt.
Tunstall hört während der Aufnahmen zu ihrem Debüt hauptsächlich Singer-Songwriter aus den Sechzigern. "Drastic Fantastic" hingegen ist von Bands wie den White Stripes, Arcade Fire, den Killers oder Bloc Party inspiriert und fällt somit um einiges flotter aus.
B-Sides
Genre: Alternative
Bitrate: 191 kBit/s (VBR)
Year:
Drastic Fantastic
Genre: Alternative
Bitrate: 0 kBit/s
Year: 2007
Eye To The Telescope
Genre: Alternative
Bitrate: 171 kBit/s (VBR)
Year: 2006
KT Tunstall's Acoustic Extravaganza
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2006
Live in Manchester
Genre: Alternative
Bitrate: 128 kBit/s
Year: 2005
Pot Pourri EP
Genre: Alternative
Bitrate: 128 kBit/s
Year
Tracks in July
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2000
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Donnerstag, September 20, 2007
Ammer & Einheit - Deutsche Krieger
Die Musiker Ammer/Einheit, bekannt durch ihr Mitwirken bei der Berliner Formation "Einstürzende Neubauten", erschaffen in einem Rahmen der Klangcollage eine ganz besondere Art des Sprachsamples. Textfragmente der drei Persönlichkeitsxtreme der deutschen Geschichte, Kaiser Wilhelm, Adolf Hitler und Ulrike Meinhoff werden subtil zu einer "Klangoper" verbunden. Darunter gemischt finden sich musikalische Elemente, vom jüdischen Gesang bis zu Kraftwerks Trans Europa Express, und vermitteln so einen unvergleichlichen, bis dahin nie gehörten Klang eines ausgewählten Ausschnitts des deutschen Gechichte. Perfekt werden hier Ausschnitte politischer Rede gegen Textfragmente der Gegenbewegung gesetzt und erzeugen so ein Gefühl für die Brutalität des gesprochenen Wortes - Eine Klangcollage der besonderen Art.
mab-x-music.com
Mit "Deutsche Krieger (Kaiser Wilhelm Overdrive, Adolf Hitler Enterprise & Ulrike Meinhof Paradise)" wagen sich Ammer und Einheit an die jüngste deutsche Geschichte heran, die unter ihner Händen zu einer kritisch subversiven Pop-Historienoper wächst. In den Chefetagen der groβen Rundfunksender zeigt man aufgrund des spielerischen Umgangs mit
der deutschen Geschichte und der daraus angeblich erwachsenden politischen Brisanz wenig Verständnis für "Deutsche Krieger" und sendet die Rock-Oper folglich nicht.
.... radikal ist die Montage von historischem Tonmaterial in der Tonträgeroper Deutsche Krieger von Andreas Ammer und FM Einheit. Tondokumente sind technisches und propagandistisches Material, lautet die Botschaft. Und genau diesen fremden und konstruierten Charakter legt die Oper frei: Keine Chance, alle Worte aus den Zeiten Kaiser Wilhelms zu verstehen. Rauschen wird nicht unterdrückt, sondern zum Rhythmus erhoben, Wortschnipsel konstruieren nicht einen Kontext, sondern springen zwischen Herrscherrhetorik und Lyrik der Zeit hin und her. In Wiederholungsschleifen ertönt verzerrt der Ruf: "Jeder Schuss ein Russ, jeder Stoß ein Franzos", begleitet vom fremdländisch klingenden "Hurra, Hurra". Im zweiten Teil: Das Radio als Propagandaapparat auf seinem Höhepunkt in der Nazi-Zeit. Grausliche Lügen und bellende Reden, die noch fremder und erschreckender klingen vor der Geräusch- und Klangkulisse, die die drei Opernelemente zusammenhalten.
Im letzten Teil, Ulrike Meinhof Paradise sind es denn schon fast zu viele und zu laute Geräusche, vor denen sich die Anti-RAF-Floskeln mit den Aussagen der Meinhof vermischen. Das klingt anstrengend und ist doch eine ziemlich genaue Vertonung dessen, was eingangs über das Material in den Archiven gesagt wurde: Eine unüberschaubare Masse, deren Inhalt von politischen Interessen bestimmt ist, und deren Klangqualität ebenso auf die Geschichte verweist wie die Ordnung, in die wir heute dieses Material bringen.
freitag.de
Deutsche Krieger
Genre: Hörstück
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1996
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Mittwoch, September 19, 2007
The Go! Team - Proof of Youth
Englands Go! Team spielen einen schnellen und wütenden Mix aus 60's Girl Groupe Musik, 70er Jahre TV Autoverfolgungs Serien, 80er Jahre Lady MCs und 90er Jahre Gitarrenspektakel.
Dieses Album schlägt ein mit seinen bombastischen Melodien und trifft mit seinen Songs voll ins Schwarze.
»Scha-atz, für welches Team sind wir?« – »Für das Go! Team, Honey. Das sind echte Bastards. Die haben zwei Schlagzeuge. Die hauen alles kurz und klein.«
Mit Titeln wie ›Junior Kickstart‹ oder ›The Power Is On‹ auf ihrem Debüt ›Thunder, Lightening, Strike‹ könnte das Go! Team auch gleich das Branding für Yellow Strom machen. Support your local Elektrizitätswerk. Nach einigen 7-Inches und einem Polyphonic-Spree-Remix hat die mittlerweile sechsköpfige Band um den britischen Harmonika-Spieler Ian Parton ein engmaschiges Sample-Album eingespielt, auf dem aus vermeintlich altbekannten Sounds eine gänzlich neuartige Pop-Collage zusammengemengt wird.
Vordergründige Referenzpunkte sind Sonic Youth oder Jackson 5, 80s-Theme-Tunes, White Noise und Motown-Trompeten für den Moment im Film, in dem Superhero die verzweifelte Jungschauspielerin vor dem sicheren Tod bewahrt.
Dagegen verwehrt sich Ian Parton aber gleich: Filme seien eigentlich gar nicht ihr Hut, und wer sie eine Soundtrack-Band nennt, soll zurückgehen, wo er herkommt.
Denn der Sample-Pool ist von 60s-Sachen über Elektro bis hin zu Rap-Loops ohnehin bis obenhin gefüllt, und überhaupt wird auch noch gesungen, konsequenterweise aber so unverständlich, dass die Lyrics gleich auf ein weiteres Instrument reduziert werden. »Vocal teamwork«, nennt es Ian selbst, ein Sound-Kauderwelsch, bei dem alle mitmüssen. Go, Team. Eine postnormale Konfusion. Dazu: eine unfassbare Lo-Fi-Produktion mit scheppernden, roomey Drums. Ginge das nicht auch sauberer? «Oh god, no.« Clean sei »too mainstream«, so Ian. The Go! Team sind die ambitionierteren Avalanches (»too discoy«), die interessanteren Lemon Jelly sowieso und auch die bessere Tarantino-Soundspur.
Aber nenn sie nie eine Soundtrack-Band. Live sieht man sie auch nicht als übles Brass-Ding, aufgetreten wird in klassischer Band-Formation mit zwei Drumkits, die Bläser werden gesampelt. Eigentlich, so Ian, sei The Go! Team nicht weit weg von dem, was Soulwax als 2 Many DJ’s gemacht haben: zusammenmixen, was scheinbar nicht zusammengehört. Die Richtung ist dieselbe, das DJ-Prinzip fließt bei Soulwax ja in der Grundidee auch in ihr neues Band-Album ein.
»Damn, they got that one first«, wundert sich Parton, als ich es ihm erzähle. Nicht ganz. Bei The Go! Team gibt’s die dramatisch überhöhte Machart dazu, »good at getting a crowd going on«. Sie nehmen die stilistische Methode des Bastard-Pop auf – mit der Ausnahme Soulwax in einer stumpfen Doofheit verschwunden – und lassen den Starkstrom-Sound in bester Indie-Tradition durch den Lo-Fi-Filter laufen. Dabei setzen sie aber niemals auf simple Gags. Ein neues Genre? »Not far-off«, meint Ian. Nur der Name dafür fehlt noch. Am besten irgendwas mit Power drin. Muss man gehört haben, bevor Yellow Strom sich melden.
Proof of Youth
Genre: Alternative
Bitrate: 218 kBit/s (VBR)
Year: 2007
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Bettie Ford - League Of Fools
Köln ist eine großartige, dreckige und laute Stadt. Als Zukömmling (Immi) wirst Du erschlagen von den Eindrücken, von der stolz vor sich hergetragenen Einfachheit des Seins. Bestverdienende laufen in ausgebeulten Jeans und Sweatshirt rum und haben schwielige Hände; ihre Ausdrucksweise ist nicht besser, als die des Klischee-Hartz-IV-Empfängers.
Bettie Ford kommen aus Köln - sie spielen den Soundtrack zu unserem kleinstädtisch-kölschen Großstadtleben. Dreckig - Laut - Großartig!
Sie haben es geschafft für das hier vorgestellte Album bei allen amazon-Rezensionen volle fünf Sterne zu bekommen. Ihr demnächst erscheinendes zweites Album erwarte ich mit großer Vorfreude.
Wir schreiben das Jahr 1998. Die Backyard Babies veröffentlichen ihren Meilenstein „Total 13“, Turbonegro erschaffen DAS Album ihrer Karriere, „Apocalypse Dudes“ - um ein dreiviertel Jahr später Selbige - zumindest für die kommenden fünf Jahre - zu beenden. Bands wie Gluecifer oder die Hellacopters hauchen dem längst verlorengegangenen Geist des Rock’n’Roll wieder eine gehörige und rotzige Portion Leben ein, und Bands wie die Stooges, MC 5, Thin Lizzy oder AC/DC werden endlich wieder laut und oft gehört.
Eben genau in diesem Jahr, es war der Wonnemonat Mai, lernen sich drei Herren, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können, im Kölner Underground bei einem Guitar Wolf Konzert (die 3 verrückten Japaner!) kennen und beschließen, was die können (nämlich nichts), das können wir schon lange (nämlich auch nichts)! Das vereint doch!
Beste Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Musikkarriere, zumindest im Casting- und mediengeilen Superstar Hitparadenbusiness. Doch dies Territorium wollten sie lieber anderen schleimigen Möchtegern Stars überlassen. Nein, hier ging es um Rock, liebe Brüder und Schwestern! Die drei Herren, namentlich Steini, Lipski und Henseler verteilten nun die Instrumente untereinander, Schlagzeug und zweimal Gitarre, so dass schnell noch ein Bassist und ein Sänger gefunden werden musste, die den kritischen und anspruchsvollen Kriterien der fantastischen Drei – nämlich nichts zu können – standhalten mussten. Den Posten des Bassisten konnte man deshalb recht schnell mit Mr. Rock Vegas besetzen, der noch nie ein Instrument in der Hand gehalten, geschweige denn, gespielt hatte, aber aussah wie Mike Ness’ jüngerer Bruder persönlich. Ganz klar, der Typ muß weg von Couch, Frau und Fernseher (haben wir auch alles geschafft!) und in die Band.
Einem mit acht! Long Island Ice Tea abgefüllten und mit schiefer Brille und hochstehenden Haaren versehenen Mr. Henseler haben wir es zu verdanken, dass the Don als die Stimme der Band und deren Hauptsongschreiber das erste Line Up komplettierte. „Ey, hassu nich Lust, inner Rock’n’Roll Band zu singen?“, noch heute ein gefürchteter Satz, der, aus dem Munde eines sturzbetrunkenen zwei Meter Koloss nur eine Antwort zulässt - „Ja!“
No.8 Birdshot war geboren!
Nun konnte man getrost dem ersten Auftritt der Band am 21.12.98 in der Frankfurter Batschkapp entgegensehen. Ganze vier Songs und insgesamt 18 Minuten vor knapp 800 Leuten – dann war dieser Geschichte, oder sollte ich sagen, Legende?!
1999 verbrachten die fünf aufstrebenden Rocker mit weiterem Songschreiben, Instrument üben, Drogen konsumieren, Frauen abschleppen (okay, einige Dinge sind definitiv gelogen, klingen aber gut, sucht Euch das Passende raus!) und man merkte, so einfach ist das alles gar nicht und wie Guitar Wolf wollte man auch nicht wirklich klingen.
Im August 1999 verließ Gründungsmitglied Steini deswegen die Band, und mit ihm flog die komplette Vergangenheit über Bord. Tank Williams stieß als neuer Drummer zur Band und brachte genau das mit, nachdem man suchte: Schnelligkeit, Power, Aggressivität und – Professionalität!
Im Kölner Blue Shell wurde 1999 endlich Bettie Ford aus der Taufe gehoben. Bis Ende 2004 gehörten dieser Band Rock Vegas (Bass), the Don (Gesang), Tank Williams (Drums), Gitz-o-War (Gitarre) und Silver Revolte (Gitarre) an!
2000 folgten weitere Auftritte, u.a. mit Zen Guerilla, Songs kamen und gingen.
2001 dann die ersten Studioerfahrungen im Kölner Rausch Studio, wo die „Rockfather“ EP eingespielt wurde, ein Stück, was auch heute live immer noch einen sogenannten „Gassenhauer“ darstellt. Weitere Auftritte mit den Hookers, Hard Ons oder Flaming Sideburns vervollständigten das Jahr.
2002 folgten u.a. Auftritte mit den Bones (eine meiner absoluten Lieblingsbands!) und eine kleinere Tour mit den wahnsinnigen Psychopunch.
2003 - Nach weiteren Konzerten u.a. mit den Bones oder den Hanson Brothers wurde nach ein paar Vertragshandlungen mit Gregor Minning von ZYX und einem gemeinsamen exzessiven Massenbesäufnis der erste Plattenvertrag besiegelt. Die Welt konnte nun endlich von uns Notiz nehmen! Ein paar Wochen später ging es dann mit 14 Rockhits im Gepäck in das Tonstudio45 des ebenfalls wahnsinnigen Kurt Ebelhäuser (Blackmail), um dort unser Erstlingswerk aufzunehmen. Hier entstand übrigens die Bandliebe zu Eierlikör, ein Getränk, was ja heute so was wie das Markenzeichen der Band darstellt.
Am 15.3.2004 erschien "League Of Fools", ein Album, wie es perfekter nicht hätte sein können. Eine Kreuzigung in rot - Hymnen für die Ewigkeit - der Soundtrack für den Sommer! Auf der direkt im Anschluss folgenden Labeltour mit den schwedischen Kollegen von The Mobile Mob Freakshow und Cosmic Ballroom hatten viele der Songs ihre Live Premiere - festgehalten auf der später im August erschienen Tour DVD, die das komplette Kölner Konzert beinhaltet. 
Roh, hart, geradeaus - eben live! Weitere Shows, wieder mit den Bones oder mit unseren Gründungsvätern Guitar Wolf sowie der Ausstieg Tank Williams, der lieber Saxophon spielen und endlich auch dick werden wollte, beendeten ein turbulentes Jahr.
2005 - Brat o Hara, nach dem Ausstieg Tank Williams’ der neue Bettie Ford Drummer, gab im März des Jahres sein Livedebut und mit ihm wurden knapp 30 Show in 2005 gerockt, u.a. wieder mit den Bones oder Psychopunch.
Im Januar 2006 nahmen wir einige schon ältere Bettie Ford Songs in den Kölner „Burning Ear“ Studios mit Paul Grace (Dumbell) für evtl. Single B-Seiten oder Samplerbeiträge auf - aber wichtiger, es standen für später im Jahr die Aufnahmen zum neuen Album auf dem Plan, welches im August des Jahres auch wieder im Tonstudio45 mit
Kurt Ebelhäuser produziert und aufgenommen wurde. 16 Songs, wie „Waste My Time“, „Gonna Getcha“ oder „The Big Getaway“, durch zahlreiche Gigs teilweise schon live erprobt, wurden wieder in knapp zwei Wochen eingespielt und 14 davon schafften es auf „Singapore Sling“, dem neuen Album, welches im Frühjahr 2007 erscheinen soll. 2006 verließ auch Gründungsmitglied Gitz-O-War mit einer letzten grandiosen Abschiedsrevue am 9.12. im proppevollen und komplett durchdrehenden Kölner Underground die Band – gesundheitliche Probleme zwangen ihn zu diesem Schritt. Wer aber an diesem Abend anwesend war, der wusste, hier und heute wurde zweifellos Geschichte geschrieben - und das nicht nur, da alle ehemaligen Bandmitglieder (sowie Aushilfsdrummer) noch einmal mit auf der Bühne standen.
Nun schreiben wir das Jahr 2007. Bettie Ford sind und bleiben nun zu viert. Das Album ist fertig und bereit zum VÖ und natürlich Konzerte, Konzerte, Konzerte ... alles ist für dieses Jahr, 2007, in Planung und im Fluss. We are on the way to Rockcity! Und Ihr seid dabei!
bettieford.de
League Of Fools
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