ursprünglich am 09.02.08 vorgestellt
Der liebe Gast ohne Namen hat noch ein Britta-Album in seinen Archiven gefunden, dass hier vorgestellt werden sollte.
Britta, dass sind Julie Miess, Christiane Rösinger, Barbara Wagner und Aushilfsschlagzeuger Jens Friebe.
Nach dem Tod von Britta Neander - Ton Steine Scherben- Schlagzeugerin und Mitbegründerin von Britta - im Dezember 2004, war die Band zuerst in einem Schockzustand, man hatte ja nicht nur die Schlagzeugerin und Namensgeberin, sondern auch die langjährige Freundin verloren. Doch die restlichen Bandmitglieder beschlossen, weiterhin zusammen Musik zu machen und im Andenken an Britta den Bandnamen zu behalten.
Julie Miess ist Horrorspezialistin, sie spielt nebenberuflich bei der Jens Friebe Live-Band Bass.
Christiane Rösinger hat schon mit den Lassie Singers stilbildend ihre Jugend verschwendet. Sie gründete das Label Flittchen Records, betrieb die unvergessene Flittchenbar und schreibt Konzertkritiken, Buchbesprechungen und zeitgenössische Betrachtungen für diverse Zeitungen (taz, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Freitag, Konkret, Rolling Stone, Intro). Sie arbeitet zur Zeit an einem Buch, das im Frühjahr 2008 beim Fischer Verlag erscheint.
Barbara Wagner spielt seit 1999 Gitarre bei Britta. Sie startete in der Flittchenbar ihre DJ-Karriere und war dann Mitgründerin der Berliner Booking-Agentur „Headquarter“. Ihre neue Firma heißt „Wagners Musikbüro". Mit dem Elektronik-Duo Wagner und Pohl veröffentichte sie 2005 die CD „Celandine“ bei Flittchen Records.
Jens Friebe, seinerseits als Songwriter bekannt, begleitet Britta als neuer Aushilfsschlagzeuger. Er folgt Kante-Schlagzeuger Sebastian Vogel nach, der schon auf der Tour 2003 mit unterwegs war und danach in die Band einstieg, und Herman Herrmann, der Britta bei der Blumfeld-Tournee unterstützte und die Alben der Band produziert.
Quelle: lan-festival.de
Irgendwas Ist Immer
Title
01 Sie Haben Heut Abend Gesellsch
02 Ich Würde Flyer Drucken Lassen
03 Kuschelrock
04 Bovary 82
05 Irgendwas Ist Immer
06 Ex Und Pop
07 Mein Leben Als Hund
08 Er Sah Interessanter Aus Als E
09 Unglücklich
10 Die Neue Bitterkeit
11 Ich Bin 2 Öltanks
12 Brauner
13 Ich Glaub Ich Hab Ein Faible F
Genre: Indie Rock
Bitrate: 174 kBit/s (VBR)
Year: 1999
Mittwoch, Januar 06, 2010
Britta - Irgendwas ist immer
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Britta - kollektion gold
ursprünglich am 13.02.08 vorgestellt
Der liebe Gast, der gerne nur Gast sein will - oder besser vielleicht der gute Geist ;) - stellt uns auch noch das zweite Britta Album vor. thx.
Im März 2000 sind Britta ins Blackbox Studio nach Frankreich gegangen – Steve Albine, Tocotronic und Surrogat haben hier aufgenommen – um mit Peter Deimel und dem bewährten Herman Hermann 12 Songs aufzunehmen.
Herausgekommen ist „kollektion gold“, das zweite Album nach dem Debütalbum „Irgendwas ist immer“ (1999). War das Debüt von Britta sehr schön und melancholisch, aber auch noch auf eine gewisse Weise unbestimmt, so sind Britta jetzt bereit, sich den Glamour zu nehmen, der ihnen gebührt – „kollektion gold“ weist nach vorne, will Rock (ohne das überall hinschreiben zu müssen) und bietet hervorragende Songs. Bei Britta geht es nicht darum, billig mit einem Image zu handeln, diese Band ist auf die eigene Musik konzentriert – und auf die charismatischen Texte von Christiane Rösinger. Hier hat eine Band etwas zu sagen.
„kollektion gold“ handelt von poetischen Drogenerlebnissen („Das platte Tier“), von der fehlenden Thematisierung von Klassenverhältnissen („DJ Holzbank“) und beschreibt Probleme, die andere gern hätten („Probleme, die andere gern hätten“). Vor allem aber ist „kollektion gold“ eine Konzeptplatte, die darüber redet, ob und wie es heutzutage geht, in einer urbanen Landschaft ein Bohémeleben zu führen. Dazu gehören strategische Verortungen wie beispielsweise in „Rock me in crazy Berlin“, das Zitate aus und Anspielungen auf Rocko Schamoni, Jim Jarmusch, Marlene Dietrich, Zarah Leander, George McCrae und die „Bettwurst“ enthält. Kurz: eine notwendige Platte in Zeiten von Ich-Verlust und Money-Trouble. Hier wird Kulturgeschichte mit Gegenwart verflochten. Das ist Geschichtsarbeit, bestimmtes Wissen, schlaues Herz und wacher Blick. Das ist der Ausblick auf eine mögliche Zukunft. Eine richtige. Eine gute. (Jörg Sundermeier)
Kollektion Gold
Title
01 DJ Holzbank
02 Die Traurigsten Menschen (Von Ganz Berlin)
03 Das Platte Tier
04 Rock MeIn Crazy Berlin
05 Kaktus
06 Mondgesicht
07 Der Schatz Am Silbersee
08 Winter Der Liebe
09 Probleme Die Andere Gern Hätten
10 Das Alte Lied
11 Britt Porter
12 Ho Chi Minh
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2001
Quelle: www.songklub.de
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Britta - Lichtjahre Voraus
ursprünglich am 10.07.08 vorgestellt
Hallo!!
Hier findest du links zum zwei letzte Alben von Britta (sie sind
ziemlich gut):
Ich koennte leider nicht vieles darueber schreiben, weil mein deutsch
ist sehr, sehr unkorrekt:)
Danke fuer die beste Seite im ganzem Internet!!! Ich habe fur manche
Alben von Jahren gesucht, und seit zwei Tagen verlasse ich diese Seite
nicht!! Gruess!
Simon3rd
"Lichtjahre voraus" heißt die mittlerweile dritte Platte der Berliner Damen, und der gleichnamige Song ist das knallige Bonbon auf dieser Scheibe. "Wir sind Britta und wir hören nicht damit auf" ... "Wir sind um Lichtjahre voraus." Hier spricht die erfahrene und selbstbewusste Stimme von Christiane Rösinger, die mit der über-jugendlichen Popkultur am liebsten nichts zu tun haben will. Der Traum, auf großen Festivals zu spielen, ist nicht mehr wichtig. "Wir sind nicht bei Rock am Ring. Wir wollen da gar nicht hin." ... "Sowieso nur Bands mit Jungs. Und die wollen ja keine Veränderung." Besser kann man es gar nicht sagen. Kein Wunder also, dass Christiane als eine der besten deutschsprachigen Textschreiberinnen betitelt wird, denn das hört man um Lichtjahre voraus. Den ganzen Pärchenklamauk und die Tücken des Alltags, die jeder von uns kennt, beschreibt sie mit viel Liebe zum Detail. Ehrlich und mit lauter schönen Zitaten geschmückt. Sowohl Heine, als auch Drafi Deutscher und Huah! sind wortwörtlich zu hören.
Musikalisch greifen die Damen in die klassische Popsong-Hymnen-Schublade (Happy Song) oder bewegen sich zwischen französischem Chanson und rockenden Gitarrensounds. Und dass nicht nur ein Punkrocker- Arzt auf eine der größten britischen Popbands steht, hören wir bei "Wie ein Smith Song". Eine wunderbare Coverversion gibt es mit "Wir müssen hier raus" von den Ton Steine Scherben. Da sollten die jungen Bengel von Echt noch mal genauer hinhören, wie man die Hits des guten, alten Rio gebührend nachsingt.
Britta sind vier Persönlichkeiten, die ihrem Indie-Status treu bleiben und dann doch lieber in kleinen Clubs spielen, denn da wissen sie genau, dass sie es selbst geschafft haben. "Lichtjahre voraus" wurde, genau wie die Vorgänger Alben "Irgendwas ist immer" und "Kollektion Gold", auf dem hauseigenen Label Flittchen Records selbst produziert. Schon lange ist man weg vom Spaß-Mädchen-Band-Image. Klar, man wird ja auch nicht jünger, und bei Britta kann man nur sagen: "Gott sei Dank!"
Quelle: laut.de
Lichtjahre Voraus
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Britta - Das schöne Leben
ursprünglich am 10.07.08 vorgestellt
Auch dieses Album wird uns von unserem treuen Leser Simon3rd vorgestellt.
Britta sind übrigens zur Zeit in Österreich auf Tour:
12. Juli 2008 20:00
Britta auf dem Donaukanalinseltreiben Wien
25. Oktober 2008 20:00
Britta beim Steirischen Herbst in Graz
Ein Knaller aus Berlin
Von Pinky Rose
Nah am Alltag, fordernd, böse, freudig erregt… Die Gruppe Britta besingt auf ihrer neuen Platte Das schöne Leben: "Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht?“ – So treffend kann Musik mit deutschen Texten sein!
Das schöne Leben , riskant, so ein CD-Titel. Doch um Durchhaltepop der neuen Neuen Deutschen Welle geht es der Berliner Band Britta nicht, wenn sie die heiklen Themen der gesellschaftspolitischen Gegenwart besingen. Passend zu aktuellen Schlagzeilen wie „Die prekäre Generation“ fragen die vier Musikerinnen und Musiker Wer geht putzen und Wer wird Millionär? und antworten im Refrain Wer schon hat, dem wird gegeben / und für uns bleibt nur das schöne Leben. Während die Verlagshäuser wohl manchen Euro machen mit ihrer Sensationspresse über zusammenbrechende Sozialsysteme, rebellierende Jugendliche und Kriminalität an den Schulen, bekennen Britta: Für uns heißt es weiter / rechnen, krebsen, wursteln, durchschlagen.Der jüngsten Erfolgsgeschichte deutschsprachiger Popmusik nach der Art von Wir sind Helden zum Trotz, war Brittas Geschichte von Anfang an keine, in der sich Held auf Geld reimte. Als Sängerin und Gitarristin Christiane Rösinger, aus dem badischen Hügelsheim stammend, Ende der achtziger Jahre mit Almut Klotz die Lassie Singers gründete, übersetzten sie den Zorn des Riot-Girl-Punk in mehrstimmigen Mädchengesang. Wo spätpubertäre Jungmännergilden bis heute in der alternativen Rockmusik wahlweise nölen oder grölen, schufen zuerst die Lassie Singers und später Britta eine ganz eigene Form der wehrhaften Melancholie, die für viele Fans zur persönlichen Tonspur mehrerer Lebensabschnitte wurde.
Nach etlichen Platten und Jahren schlecht bezahlten Tourens lösten sich die Lassie Singers auf und ein Teil von ihnen, Christiane Rösinger und Britta Neander, fing 1997 neu an. Schlagzeugerin Neander gab ihren Vornamen, und mit Bassistin Julie Miess entstand die Band Britta, zu der von der zweiten Platte an Barbara Wagner hinzustieß, um der Gitarre mehr Volumen zu geben. Zudem gründeten Rösinger und Klotz 1998 ihr eigenes Plattenlabel Flittchen Records.
Seit ihrem Debut Irgendwas ist immer ist Brittas wehmütiger Schrammelpop nicht mehr wegzudenken aus dem Chor der Berliner Popmusik. Ihm gab Christiane Rösinger ihren warmen hellen Alt als Stimme – und ihre Geschichten über politische Desillusionierung und über die Liebe als Konstrukt. Hinter den lebensklugen Texten und der leisen Selbstironie steckte immer ein mildes, weises Lächeln. Auch wenn es auf der zweiten Platte Kollektion Gold hieß Wir sind die traurigsten Menschen von ganz Berlin – das „na und?“ lief wie ein Untertitel im Film mit.
Doch manchmal geht dem mutigsten Melancholiker die Puste aus. Durch die Pleite des EFA-Vertriebes verlor Flittchen Records fast alle Einnahmen des dritten Albums, Lichtjahre voraus , dann starb im Dezember 2004 Schlagzeugerin Britta Neander nach einer Herzoperation. Christiane Rösinger wurde krank. Während frühere Weggefährten wie Blumfeld längst zu größeren Plattenfirmen gewechselt sind, Die Sterne Jahr um Jahr durch ausverkaufte Konzerthäuser touren und sogar alte Achtziger-Hasen wie Fehlfarben die Neuauflage ihres Nonkonformistenpop feiern dürfen, sah es für Britta nach einem endgültigen Abschied aus.
Schön, dass es dazu nicht kam, denn die jetzt veröffentlichte vierte Platte ist in jeder Hinsicht ein kleines Wunder. Nicht nur, weil sich die drei Frauen wieder aufgerappelt, zusammen mit Kante-Schlagzeuger Sebastian Vogel und Tausendsassa Herman Herrmann als Produzent den Neustart gewagt und in dem Elektroniklabel Morr Music einen neuen Finanzpartner gefunden haben – Das schöne Leben ist ein Knaller, ein Popjuwel geworden. Glasklar und fordernd in den Arrangements verbreiten die Melodien eine unerwartet freudige Erregung, wie aus dem Unterbewusstsein aufgetaucht erzeugen hier ein paar Mandolinen und dort ein Cello anrührende Schönheit. Nur scheinbar gezähmt grollt die E-Gitarre im letzten übrig gebliebenen Lied über die Unmöglichkeit der Liebe, und natürlich rocken Britta auch ordentlich zu Fragen wie Ist das noch Bohème oder schon die Unterschicht?
Selbst wenn Christiane Rösinger wieder mal den Debattierclub der vom Berliner Nachtleben geschädigten Misanthropen leitet, macht das zu den aufwärts trudelnden Kadenzen, Gitarrenriffs und kecken Bassläufen richtig Spaß. Ein frischer Tusch auf dem Schlagzeug, und alle kriegen in Menschenfeind ihr Fett weg, die lieben Freunde und Seelenverwandten ebenso wie junge Spießer, Pradafrauen, ... höhere Töchter, bessere Söhne. Wobei sich der Abgrenzungswille hier ebenso an der Überschneidung der sozialen Zugehörigkeiten bricht wie bei der Unterscheidung zwischen Bohème und Unterschicht. Die neueren Bröckelbiografien in der Popkultur gehören längst auch jungen Leuten aus besserem Hause, die kaum weniger Mühe haben, von ihrer Nischenkunst den Lebensunterhalt zu bestreiten, und in welche Bohème Britta eigentlich mit einem gesungenen Heine-Zitat verweisen, steht noch zur Diskussion.
Von der anderen Seite aus schildert es der Song Büro Büro . Ein entfernt nach Akkordeon klingendes Keyboardmotiv und ein beschwingter Hauch von Musetteseligkeit erinnern an die Chansons der französischen Widerstandsbewegung. Lässig wird ein Dasein jenseits hektischer Werktätigkeit beziehungsweise freiberuflicher Scheinproduktivität gefordert. Smoke on the water, Baby , von wegen Endloswachstum und Vollbeschäftigung, alles Schall und Rauch. Das Nichtarbeiterlied der Zukunft? Bloß nicht zu früh aufstehen, das legt schon der erste Song der Platte nahe und versetzt zugleich in beste Laune beim Mitsingen: Depressiver Tag, ich sag Hallo, zeig mir dein schäbiges Gesicht. Depressiver Tag, du machst mich froh, komm und enttäusche uns nicht.
Und zum Glück ist es Musik – und von Britta, zum Glück ist es eben doch Kunst und nicht eins zu eins die politische Wirklichkeit. Wer würde schon gerne mit solchen Zeilen von seinem Berater in der Agentur für Arbeit geweckt werden? Nein, diese Platte kommentiert nicht den Alltag, sie durchdringt ihn – und sei es mit einem liebenswerten Kinderspuk, der plötzlich in Ich und Es als Schatten der Selbsterkenntnis neben dir im Supermarkt steht oder am Cafétisch Platz nimmt. Am Ende will auch eine hartgeprüfte Subkulturpistengängerin wie Frau Rösinger, Verfasserin entsprechender Essays in der taz -Kolumne „Ausgehen und Rumstehen“, nur noch Heimi Heimato ... nach Kissingen und Bettingen. Ein mitreißender Rausschmeißer beschließt Das schöne Leben , ein unter den Säuferballaden aller Jahrhunderte seltenes Frauentrinklied für die letzte Bestellrunde. Vorm inneren Auge sieht man sie im rosa blühenden Bäumchen auf dem CD-Cover hocken, die schwarzen Krähen von Britta: Sie sind immer noch gefährlich.
Das schöne Leben
Title:
01. Depressiver Tag
02. Wer wird Millionär
03. Du sprichst in Rätseln
04. Menschenfeind
05. 24 Stunden sind kein Tag
06. Seltsam Seltsam
07. Monster
08. ballade pour m.
09. Ich und Es
10. Dieses Mal
11. Büro Büro
12. Heimi Heimato
Year: 2006
Genre: Alternative
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