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Montag, Januar 25, 2010

Luci van Org

Bevor die geneigte Leserin das Lesen aufgibt, stelle ich doch meinen Wunsch vorweg: Sollte jemand das dritte Album Tiefer von Lucilectric haben, bitte, bitte, bitte,...


Luci van Org... Wer den Namen noch nie gehört hat, könnte vielleicht zuerst an eine Figur aus der Augsburger Puppenkiste oder an ein Fabelwesen aus einem Fantasyroman denken.

Luci bei der Gay Night at the Zoo
Doch Luci van Org ist bestimmt jedem Hörer bekannt, der in den letzten 20 Jahren Musik konsumiert hat. Vielleicht nicht vom Namen her, aber ganz bestimmt von einem Titel her: "Mädchen". Da sitzt eine junge hübsche Frau auf einer Schaukel, Dreadlocks in den Haaren, und trällert ganz kess, dass sie froh ist, ein Mädchen zu sein ("Komm doch mal rüber, Mann, und setz Dich zu mir hin, weil ich ein Mädchen bin, weil ich ein Mädchen bin"). Und der Autor dieser Zeilen ist sich ziemlich sicher, dass ein Großteil der Leser auch den Song "Gates Of Eden" kennt, der ein paar Jahre vor dem eben genannten Superhit veröffentlicht wurde. Es ist ein heimlicher Wendehit, der zwar nach der Wende erschien, aber für viele Bürger der "brandneuen" Bundesländer etwas ganz Besonderes ist. Und das nicht nur, weil er zum Soundtrack des Films "Go Trabi Go" gehört...
Lange Rede, kurzer Sinn: Unser weiblicher Stargast im Monat März ist die Stimme von EENA, Lucilectric, The House Of Luci und Übermutter. Zuletzt genannte Kapelle ist das neueste und aktuellste Projekt der Sängerin, Komponistin, Texterin und Buchautorin Luci van Org. Also nix mit Augsburger Puppenkiste! Und wer auf Rammstein, Oomph! und überhaupt auf NDH, Industrial und Metal steht, der sollte sich die Scheiblette der Gruppe (optimistisch und lebensbejahend mit "Unheil" betitelt) zulegen. Warum? Dann lest mal unser Interview, das Christian mit Luci im Februar geführt hat. Es fällt schwer, die lockere und lustige Atmosphäre einzufangen, die während des Gesprächs zwischen den beiden entstanden ist. Wir haben's aber versucht...


Hallo Luci, herzlich willkommen bei Deutsche-Mugge. Hast Du Dich bei uns schon mal umgeschaut und weißt in etwa, was auf Dich zukommt?
Ja, hab ich. Da sind ja unterschiedlich lange Interviews, aber ich denke mal, das kriegen wir schon hin (lacht).


Üebermutter - Wein mir ein Meer
Im letzten Jahr ist ein Album des Projekts "Übermutter" erschienen, das den Namen "Unheil" trägt. Bitte erzähl uns etwas über das Projekt und die CD.
Übermutter bin nicht nur ich alleine. Es kommt immer darauf an, mit wie vielen Leuten wir auf der Bühne stehen. Das variiert zwischen zwei und fünf Frauen in Uniform und einem Mann, der von uns immer gequält, gepeinigt und getreten wird und dazu noch einer der besten Gitarristen ist, die in Europa so rumlaufen (Luci van Org, Brettner & die Unheilsarmee, Anm. d. Verf.). Und unserem nicht auf der Bühne stehenden Bandmitglied Michael Kernbach, mit dem gemeinsam ich die Texte und viele Songs schreibe. Übermutter ist eine sehr hartmusikalische und schwarzhumorige Angelegenheit, dazu eine super Live-Band. Martialische Frauen in Uniform sind- wie soll ich sagen - eben der matriarchaische Alptraum. Eigentlich hat Übermutter zum Ziel, Männer und Frauen in ein gemeinschaftliches und friedliches Miteinander zu führen. Oder auch nicht (lacht). Du merkst schon, das ist alles mit einem dicken Augenzwinkern versehen. Dazu brettharte Gitarren, die sehr virtuos gespielt sind. Und - so hoffe ich - sehr anspruchsvoller deutscher Gesang. Das ist mir sehr wichtig, weil ich endlich mal zeigen kann, was ich kann. Das gab es vorher ja nicht so richtig. Bei Lucilectric hatte ich eher weniger die Chance dazu, und bei "Das Haus von Luci" war es ebenfalls schwierig. Es ist dazu eine sehr politische Band, das ist ebenfalls wichtig. Wir beschäftigen uns auf eine sehr ironische Weise mit allem, was im Moment an Zeitgeschehen auf der Straße und in der Luft liegt.


Das Haus von Luci - Dies ist kein Liebeslied
Du hast es gerade angesprochen: Wenn man Deine Songs von früher mit denen von heute vergleicht, springt einen ein immenser Stilwechsel förmlich an. Wie kam es dazu, dass Du weg vom Pop und hin zum Industrial- bzw. Metal-Sound gewechselt hast?
Zum einen komme ich von dieser Art von Sound, also eher aus dem Gothic-Bereich. Das war meine musikalische Richtung als ich selber Teenager war. Und auch Lucilectric war teilweise wesentlich härter, als man das so meinen mag. Live waren wir eine regelrechte Punk-Band, und selbst auf der "Mädchen"-Single gibt's als B-Seite ein hartes Rock-Stück, nur hat das niemand zur Kenntnis genommen; es hat keinen interessiert, denn "Mädchen" hat letztlich alles andere platt gemacht. Da bin ich aber auch nicht wirklich böse drüber, denn so ein Glück haben nur ganz wenige, dass einem so was wie der Song "Mädchen" passiert. Und deswegen finde ich es auch vollkommen in Ordnung, wenn deshalb alles andere in den Hintergrund getreten ist. Zum anderen habe ich in den Jahren nach "Lucilectric" - ich meine, wir haben uns immerhin schon 1998, also vor 11 Jahren, getrennt - eine musikalische Entwicklung durchgemacht, was auch ganz normal ist. Ich habe mich in der Zeit zurück zu meinen Wurzeln entwickelt, zu dem woher ich komme. Das ist eben schon die härtere Musik.
Was eigentlich sehr erstaunlich ist, ist, dass ich selber wohl nie auf die Idee gekommen wäre, genau diese Musik zu machen - wenn man es ganz plakativ benennt, ist Üebermutter ja NDH. Ich dachte immer, dass meine Stimme nicht dazu passt. Irgendwann kam dann das nicht auf der Bühne stehende Mitglied von Übermutter, er heißt Michael Kernbach und schreibt mit mir die ganzen Texte und Songs für Übermutter, zu mir, und sagte: "Ich habe hier so eine Song-Skizze. Kannst Du da irgendwas mit anfangen?" Er schickte mir ein Demo, auf dem nur Brettakkorde waren und er die Titelzeile "Heim und Herd" drauf brüllte. Das waren quasi die ersten Gehversuche dieses Stücks, das am Ende auch die Single werden sollte. Ich merkte dann, dass meine Stimme - also ganz im Gegenteil zu dem, was ich dachte- doch dazu passte, und dass ich mich zum ersten Mal richtig aussingen konnte, ohne dass es sich blöd anhörte, oder dass das in eine Richtung driftete, mit der ich nicht so viel anfangen kann. Ich habe nichts gegen jedwede Form von Musik, mal abgesehen von Nazi-Musik.

Luci im Duett mit Udo Lindenberg
Ich kann auch fast jeden Stil gut interpretieren, aber es kommt eigentlich immer darauf an, was einen selbst anspricht und was nicht. Zum Beispiel habe ich mit der ganzen Abteilung Soul/R&B nicht so viel am Hut. Das ist einfach nicht meins! Und gesangstechnisch ist diese Musik für eine Sängerin mit einer etwas umfangreicheren Stimme in Deutsch ja eigentlich das einzige Genre, in dem man sich so ein bisschen auskäsen und zeigen kann, was man kann. Und dann merkte ich, dass das bei Üebermutter eben auch ging- für mich zum ersten Mal. Eine ganz großartige Erfahrung und natürlich mit ein Grund, diese musikalische Richtung zu verfolgen. Meine Band davor, "Das Haus von Luci", war zwar auch schon so düster, dass sie in Leipzig beim Gothic-Treffen aufgetreten ist, darum war der Sprung zu dieser Art von Musik auch nicht mehr weit. Aber letztlich fast schon in den "Metal" zu gehen, da hätte ich ohne meinen Bandmitstreiter gar nicht dran gedacht. Ich fand das zwar immer schon geil, aber wie gesagt nicht für mich selber.

Ein Vergleich mit der Musik von Rammstein und Oomph! sei an dieser Stelle mal erlaubt. Die Parallelen sind unüberhörbar...

Üebermutter - Mutterherz (live>
Das ist ja kein schlechter Vergleich. Das ehrt mich (lacht). Rammstein finde ich hervorragend!

Ist das gewollt oder fehlt mir da das Gespür für die Feinheiten?
Klar, wenn Du in eine bestimmte Richtung gehst, wirst Du immer mit anderen Musikern verglichen. Auch dann wenn Du brettharte Gitarren mit einem marschierenden Rhythmus zusammen fügst. Das erfordert diese Art von Musik aber einfach. Es ist eine sehr wütende Musik, es sind sehr wütende Themen, es ist - wie gesagt - politisch, ist wahnsinnig pathetisch, was natürlich teilweise auch total überzogen ist, und all das erfordert eben so eine Härte. Das erfordert keinen coolen Rock'n Roll. Pathos erfordert immer einen Stampfrhythmus, und dann bist Du sehr schnell beim "Marschieren" und dann bist Du in der Assoziation ebenso schnell bei Bands wie Rammstein oder Oomph!. Das ist ganz normal, und ich finde das auch gar nicht schlimm. Warum auch? Mit Frauenstimme gibt es das eh kaum...

Meines Wissens gar nicht...
Oder außer uns gar nicht, ok. Dann kommen auch tausend Leute und sagen: "Ey, Du singst ja wie Nina Hagen", andere erzählen mir, ich rolle das "R", was ich übrigens bewusst dabei vermieden habe, weil ich das albern fand. Ich rolle kein einziges Mal auf der ganzen Platte das "R", und alle erzählen mir, ich würde es doch tun. Selbst bei Amazon in einer Rezension steht das drin. Völlig albern, wenn Leute nicht richtig zuhören. Ich zitiere einfach nur die Gesangsweise von Propagandasongs aus allen Diktaturen der Welt. Und führe den Leuten damit einen Spiegel vor. Erstaunlicherweise klingt die Propaganda, egal ob in einer Links- oder einer Rechts-Diktatur, sehr ähnlich. Auch Brecht ist so gesungen.

Als ich das das erste Mal gehört habe, war mein erster Gedanke: "Die hat aber einen gewaltigen Bruch hingelegt." Ich kenne Dich immerhin schon aus der Zeit, in der Du als EENA Songs veröffentlicht hast...
Oh Gott, EENA (lacht)... Was man dabei aber immer vergisst ist, dass zwischen EENA und Übermutter 20 Jahre liegen. Und ich finde, dass man sich in 20 Jahren doch verändern darf.


Lucilectric - Hey Süsser
Aber klar, keine Frage! Es wäre auch langweilig, wenn es immer der gleiche Kram wäre...
Ja! Und ich mache diesen Job nun auch schon so furchtbar lange. Ich finde dieses Gefasel von "Credibility" daneben. Was die Gothic-Szene angeht, bin ich credibler als die meisten Leute, die da rumlaufen. Einfach deshalb, weil ich das als Teenager selber gelebt habe. Zu einer Zeit, in der das erfunden wurde. Da kenne ich mich nun wirklich gut aus, auch was die Musik angeht! Ich finde es außerdem auch in Ordnung, wenn man sich in den "Zwanzigern" von seinen Teenager-Jahren entfernt. Das machen fast alle Leute. Und ich habe deshalb natürlich irgendwann einen Bruch gemacht. Bei uns war das so, dass in der Szene wo ich war, einige Leute anfingen, plötzlich zur Skin-Szene überzuwechseln. Das fand ich so zum Kotzen, dass ich damals radikal mit der Szene gebrochen, und für mich beschlossen habe, dass ich ab sofort nur noch Reggae höre… Leckt mich doch am Arsch, dann mach ich das mit dem "schwarz" halt anders. Mit Reggae und Hip Hop kann ich im Gegensatz zu vorhin erwähntem Soul übrigens sehr viel anfangen. Ich finde, dass ich überhaupt keine musikalischen Grenzen oder Einschränkungen habe. Zwischendurch habe ich sogar mal eine Acid-Platte gemacht, weil das einfach Spaß machte. Was ist "Credibility"? Heißt das, dass man jeden Tag nur dasselbe isst oder dasselbe anzieht? Ich bin der Meinung, Du hast Credibility, wenn Du Dich ehrlich mit einer Sache beschäftigst und das auch lebst. Jeder hat das Recht, sich weiter zu entwickeln, auch wenn er in der Vergangenheit als Popsänger unterwegs war. Ich hab damals auch den Pop gelebt. Mir ging es super in der Zeit von "Mädchen". Das hat Spaß gemacht. Aber wie gesagt, Lucilectric war wesentlich härter, als die Leute das in Erinnerung haben. Wir sind sogar mit zwei Lucilectric-Stücken auf Gothic Samplern. Es gibt ein Stück, das heißt "Nur wer im Heute lebt", das ist die B-Seite von "Mädchen", ein vertextetes Francois Villon-Gedicht, und es gibt ein Stück, das heißt "Gespenst", das auf der leider völlig verunglückten zweiten Lucilectric-CD drauf ist. Aber das ist eins der wenigen guten Stücke darauf, und das wird heute auch noch sehr gerne genommen. Es ist todtraurig und sehr düster (lacht). Lucilectric war halt nicht nur die singende Hüpfnudel wie alle gedacht, bzw. die Leute gedacht haben, die nur das "Mädchen" kannten...


Lucilectric - Bye Bye
So haben Dich die Medien halt gerne hingestellt...
Ja, sicher! Das ist doch klar, man möchte Leute gerne in Schubladen packen, sonst ist doch der ganze Informationswahnsinn des Alltags nicht zu bewältigen. Ich bin darüber aber gar nicht böse, denn ich glaube, ich mache das auch selber. Das machen fast alle Menschen, wenn sie irgendwelche Leute sehen. Und wenn Du jemanden näher kennen lernst und feststellst, die sind ja ganz anders, dann ist das überraschend. Manchmal sehr positiv überraschend, aber manchmal auch sehr negativ überraschend, wenn man z.B. denkt, jemand ist total cool und man merkt hinterher, er ist es gar nicht. Ich finde das alles auch gar nicht so schlimm, denn solange ich weiter meine Musik machen kann, weiter im Studio sein, und meine Sachen produzieren kann, freue ich mich des Lebens.

In Vorbereitung auf dieses Interview habe ich mich natürlich auch im Netz, z.B. bei Wikipedia, schlau gemacht. Dort ist zu lesen, Du bist Musikerin, Schauspielerin und einiges mehr, u.a. auch "Fetisch-Diva"...

Luci in Latex
Das hab ja nicht ich geschrieben (lacht). Das schreiben ja immer andere Leute über einen. Es stimmt aber. Ich bin selber Teil dieser Szene, schon seit vielen Jahren. Ich war im Jahre 2000 Cover-Model auf der Jubiläumsausgabe des "Marquis", was die wichtigste Zeitschrift dieser Szene ist. Ich bewege mich halt gerne in dieser Szene, mach gerne mit den Leuten da mal Fotos, und finde das sehr schön, aber das ist natürlich nicht mein Hauptberuf. Ich würde mich im Gegenzug auch niemals nackt fotografieren lassen.

Es stand halt so da, und war etwas seltsam...
Was hast Du denn gegen "Fetisch-Divas"? (lacht)

Gar nix, aber es passte irgendwie gar nicht zu den anderen Sachen in der Auflistung. Das las sich so wie z.B. Topf, Pfanne und Badewanne, verstehst Du?
Ja, klar. Das stimmt. Aber ich mag einfach die Szene, ich bewege mich selber dort und stehe da auch total zu. Ich bin der Meinung, wenn die Leute ihre Sexualität offener ausleben würden, gäbe es wesentlich weniger Probleme in der Welt. Da müsste dann viel weniger kompensiert werden durch kriegerische Handlungen oder Unterdrückung von Menschen.

Kommen wir aber zurück zur Musik und zu der Zeit in den 80ern. Das erste Mal richtig auffällig bist Du als EENA geworden. Wie bist Du entdeckt worden, und wie hast Du Deinen ersten Plattenvertrag bekommen?
Entdeckt wurde ich von einem - mittlerweile - Schlagerproduzenten, Andreas Bärtels, der mich beim Bluessingen am Klavier bei einer anderen Sängerin zu Hause sah und hörte. Das stimmt so nicht ganz, denn diese Sängerin hatte mich einen Tag vorher für eine Background-Session mit ins Studio genommen. Die hatte mich zuerst gehört und wusste, was ich konnte. Ich bin damals schon mit 13 immer in die Clubs gegangen und habe dort bei Open Stage-Geschichten versucht zu zeigen, was ich kann. Einfach auch deshalb, weil ich Mitstreiter und bessere Musiker finden wollte. Man hatte halt so seine Schülerband - meine erste Band hatte ich mit ungefähr 11 Jahren, ich habe immer Musik gemacht - aber ich wollte mit coolen Erwachsenen zusammen Musik machen, die schon richtig viel konnten. Und genau dabei entdeckte mich diese Sängerin, Anke Wendland, die damals auch bei Falco Backing Vocals gesungen hat. Die nahm mich dann mit ins Studio und ich musste für irgendeine Schlagerproduktion Background singen, und flog sofort wieder raus, weil ich überhaupt nicht wusste, wie das ging. Das erste und bis heute einzige Mal, dass ich aus einem Studio geflogen bin (lacht). Einen Tag später sah mich dann besagter Produzent bei der Sängerin zu Hause am Klavier, und sagte: "Komm, wir nehmen ein Stück auf." Das Lied fand ich zwar ein bisschen komisch, auch deshalb, weil ich zu der Zeit in einer Punk-Popband gespielt habe, wir haben irgendwas zwischen The Cure und The Smiths gemacht. Und das war so eine merkwürdige Disco-Produktion, ziemlich bescheuert, aber dachte mir: "Na gut, ich sing das jetzt erstmal", denn wenn Dir jemand erzählt, Du bekommst sofort einen Plattenvertrag, dann bist Du natürlich auch sehr verführbar... Ich kleines Mädchen mit gerade mal 15 Jahren. Er brachte die Produktion ein paar Tage später zu Hansa Records und einen weiteren Tag später haben die mir einen Plattenvertrag angeboten. Den habe ich, als ich gerade 16 wurde, unterschrieben. Gott sei Dank ist da außer der EENA-Produktion nichts weiter passiert, weil ich mit dem Vertrag nicht sehr viel verdient hätte. Im Gegenteil, ich hätte wahrscheinlich noch draufzahlen müssen, weil das so ein fieser Vertrag war, und meine Eltern keine Ahnung hatten und auch zu naiv waren, einen echten Musikanwalt an die Prüfung zu setzen. Also hatte ich erstmal diesen Plattenvertrag und war furchtbar unglücklich. Ich hatte den Wunsch geäußert, härtere Musik zu machen. Ich habe mit einem Acid-Produzenten gearbeitet, mit dem ich ein bretthartes Acid-Lied gemacht habe, damals noch mit (lacht laut los) christlichem Text. Eine wirklich lustige Sache! Ganz krank, aber so ist man halt als Teenager. Ich dachte: "Wenn schon keine harten Gitarren, dann aber harte Grooves." Das kam damals auch gerade so auf. Das fanden die von der Plattenfirma aber Scheiße und haben gesagt: "Nö, Du wirst die deutsche Paula Abdul." Da dachte ich nur "Boah, neee…" und war auch kreuz-unglücklich, denn ich war damals einfach nicht in der Lage, mich gegen so was zu wehren. Am Ende war ich soweit, dass ich überhaupt keine Musik mehr hören konnte. Ich dachte bei mir: "Scheiße, alle Leute dürfen die Musik machen die sie wollen, nur ich nicht." Und dann lief dieser Plattenvertrag aus und wenig später kam auch schon Lucilectric. Das war für mich wie ein Befreiungsschlag, weil ich endlich machen konnte, was ich wollte. Ich lernte Ralf Goldkind kennen, und das war einfach nur großartig.


Terrorgruppe feat. Luci van Org - Heimatfront
Unter welchem Namen wurde dieser Acid-Song denn veröffentlicht und wie hieß er?
Der Track durfte leider nie veröffentlicht werden, weil die HANSA damit nicht einverstanden war. Geheißen hat er "Rhythm Of My Life".

Man merkt richtig, dass Du mit dieser EENA-Zeit so überhaupt nicht zufrieden bist. Dabei finde ich die Musik gar nicht so schlecht.
Nein, nein... also die Single, die dann veröffentlicht wurde, "Gates Of Eden", daran hänge ich auch heute noch sehr. Auch deshalb, weil die für ganz viele Menschen etwas bedeutet. Das war aber etwas, das mir damals überhaupt nicht klar war. Ich hab das gesungen, ich fand den Film ("Go Trabi Go", Anm.d. Verf.) klasse und das war quasi auch schon wieder der Weg bergauf! EENA gab es vorher schon mit anderen seltsamen Produktionen...

Ja, ich habe hier drei Singles auf meinem Zettel stehen...
Ja, bitte verschweige sie mir (lacht). Nur bei "Gates Of Eden" bin ich heute noch stolz drauf, weil das ein Stück Zeitgeschichte ist. Das muss ich mal so sagen. Der ist auch eigentlich gut gesungen (lacht).

Und dann gab es noch dieses "18, So What"...
Ja genau. Als ich den eingesungen habe, war ich noch gar keine 18. Das war so schlimm! Das war einfach nicht meine Musik. Ich finde es, wenn ich es mir heute anhöre, weniger schlimm als damals. Aber damals habe ich echt gelitten wie ein Schwein, denn ich hab selbst Reggae und Punk gehört...

Also hast Du an der Entstehung dieser Song gar nicht kompositorisch oder als Texterin mitgewirkt?
Nein, das war ja das größte Problem! Ich durfte gar nicht mitsprechen. Die haben mir das alles verboten. Das war das, was man einen "Knebelvertrag" nennt. Ich musste das machen. Ok, ich hätte mich natürlich unter Zahlung von viel Geld oder dem Absingen schmutziger Flüche aus diesem Vertrag befreien können. Aber da ich privat damals auch so viel an den Hacken hatte, von Zuhause ausziehen musste und lauter so Sachen, habe ich das nicht gepackt und war einfach nur unglücklich. Das war keine schöne Zeit! Vielleicht hatte Lucilectric dann später auch diese Kraft, weil dieses Projekt für mich wie ein richtiges Durchatmen war. Zur zweiten Platte von Lucilectric stehe ich nicht mehr, aber zu den anderen Sachen stehe ich heute noch. Die 2. Platte ist unter unglücklichen Umständen entstanden, Ralf und ich hatten persönliche Probleme, denn wir haben uns nicht mehr gut verstanden. Das war auch alles richtig psycho, denn wir waren nach dem ganzen ununterbrochenen Touren mit dem "Mädchen"-Programm durch. Wir hätten uns mit dem 2. Album eigentlich viel mehr Zeit lassen sollen. Die finde ich auch von der Produktion her nicht so schön. Aber zur ersten und zur dritten LP stehe ich bis heute tausendprozentig! Ich find' die toll. Ich schäme mich da auch für gar nix (lacht laut)!


Eena - Gates of Eden
"Gates of Eden" gehörte zum Soundtrack des Films "Go Trabi Go" und wurde ein kleiner Hit. Die Darstellerin Claudia Schmutzler hat in dem Film und auf dem Soundtrack ihre eigene Version gesungen...
Ja... Der Regisseur des Films fand Claudia damals wohl richtig gut, so rein emotional, wenn ich das so sagen darf (lacht). Und er entschied halt, dass sie das selber noch mal singen soll, was sie gar nicht wollte.

Gab es zu ihr damals einen Kontakt oder hast Du von der nachträglichen Bearbeitung für den Film gar nichts mitbekommen?
Ja, doch! Wir haben es sogar mal geschafft, eine komplette Nacht durchzuquatschen. Wir haben uns blendend verstanden! Ich fand sie furchtbar nett. Sie ist eine ganz tolle! Sie verkörperte für mich damals alles, was man als Wessi so am Osten für sich neu entdeckt hat, und was total spannend war. Sie hatte ein ganz anderes Lebensgefühl und eine ganz andere Haltung zu vielen Dingen. Das war für mich total toll. Ich hatte auch überhaupt keinen Groll gegen sie gehabt, weil sie mein Lied für den Film selbst noch mal gesungen hat, denn ich wusste, auf wessen Baustelle das gewachsen war.

Danach war die für Dich schreckliche Zeit mit dem Projekt EENA beendet...
Ja, ich möchte das aber heute auch noch mal ganz deutlich sagen, denn ich bekomme immer wieder Anfragen wie "Hast Du die Platte noch?": NEIN, ich habe sie nicht mehr. Ich habe das Lied nur gesungen! Ich hab es nicht geschrieben und habe es nicht getextet. Ich durfte es damals singen. Das war aber für mich - wie gesagt - schon der Weg bergauf. Und ich bitte auch die Leute, mich nicht falsch zu verstehen und zu sagen: "Eh, die doofe Kuh", denn ich bin auf das Lied heute sehr stolz, weil es vielen Leuten echt viel gegeben zu haben scheint, und das freut mich.

Die Maxi CD von dem Song geht bei Sammlern für viel Geld über den Tisch. Wenn man sie denn mal findet, ist sie mit 50 bis 70 Euro ausgepreist...
Meine Güte, schade dass ich keine mehr hab (lacht). Ich hab' an dem Song überhaupt nichts verdient.

Nach EENA kam LUCILECTRIC. Wie ist die Band entstanden?
Ralf und ich haben uns damals in der S-Bahn kennen gelernt. Wir haben zusammen Straßenmusik gemacht. Das war einfach der Beginn einer sehr engen, wunderschönen aber später auch kriselnden Freundschaft. Bevor es mit Lucilectric richtig losging, waren wir schon zwei Jahre lang die allerbesten Freunde, wir haben uns jeden Tag gesehen und uns nie gestritten. Das war ganz toll. Als wir mit "Mädchen" einen Riesenhit hatten, begann gleichzeitig ein Riesenstress, der so groß war, dass die Freundschaft anfing, darunter zu leiden. Das war ganz schön schlimm, weil wir beide völlig durch waren, auch körperlich. Das ist z.B. eine negative Begleiterscheinung, die die Leute nie sehen wenn sie sagen: "Ich möchte ganz groß und berühmt werden." Dass das so eine monströse Aktion ist, das durchzuziehen. Du bist ungefähr ein ganzes Jahr nicht mehr zu Hause, Dein Tag wird permanent von anderen Leuten geplant und Du hast überhaupt keinen Leerlauf mehr, wo Du sagen kannst "heute mal nicht". Es war schon was Besonderes, wenn wir mal selber, alleine und ohne Begleitung in den Supermarkt gegangen sind, um uns Kaugummi zu kaufen. Man lebt ein vollkommen krankes Leben jenseits jeder Realität. Jetzt mit ein bisschen Abstand finde ich das total Klasse, weil jeder noch dieses Stück kennt, aber damals… Das Schlimme war: Über jeden Fehler, den Du machst, reden plötzlich alle. Als wenn Du in ein Computerspiel geworfen wirst und startest nicht auf Level 1, sondern gleich auf Level 10 und darfst aber auf keinen Fall einen Fehler machen, weil jeder Fehler gleich eine Katastrophe ist. Das alles war für uns beide so belastend und ungewohnt, dass wir echt anfingen uns nur noch zu streiten. Das war eigentlich total schade, und Gott sei Dank verstehen wir uns heute wieder richtig gut!

Du hast auch gesagt, dass dieser Erfolg völlig aus dem Nichts und von 0 auf 100 kam...
Ja, das stimmt. Am Anfang war der Erfolg völlig bei Null. "Mädchen" war ja schon fast ein Jahr als Single auf dem Markt, bevor das Lied ein Erfolg wurde. Dabei gab es die Band vor dem Song auch schon zwei Jahre, und wir sind auch damals schon als Lucilectric aufgetreten.

Daran erinnere ich mich noch. Den Song habe ich irgendwann im Winter im Radio gehört und im Sommer erst war es ein Hit...
Ja, damals kam das über Holland. "Mädchen" wurde dort ein Hit bevor es das hier wurde. Wir sind damals auch in Europa herumgereist, bis nach Slowenien runter. Dort kannten die Leute das alle und wollten das sehen. Das war für uns auch eine super Erfahrung! Weißt Du, wenn Du so jung bist und Dein Leben eigentlich ganz anders geplant hast… Natürlich verabschieden sich als erstes die "Lover", weil sie damit nicht klar kommen, dass Du nicht mehr da, und nur auf Tour bist. Deine Freunde werden sauer, weil Du nicht mehr die Zeit für sie hast. So ganz normale menschliche Probleme, mit denen Du dann zu kämpfen hast. Dinge an die Du nie gedacht hast, weil Du meintest, das muss ganz wunderbar und traumhaft sein, wenn Du als Musiker erfolgreich bist. Im Nachhinein betrachtet war das "Mädchen" aber eines der drei größten Geschenke, die ich in meinem Leben je bekommen habe. In sofern ist das total in Ordnung für mich.

Das dazugehörige Album mit dem Titel "Mädchen" landete in Deutschland auf Platz 15 der Album-Charts. Alle Songs sind von Dir und Goldkind komponiert und betextet worden. Wie ist die Platte entstanden? Waren die Songs vor dem Durchbruch mit "Mädchen" schon fertig oder während dessen entstanden?
Nein, die sind vorher entstanden. Das Album finde ich auch sehr schön und von Andreas Herbig und Annette Humpe sehr liebevoll produziert.


Lucilectric - Mädchen (live)
Du sagst es... Annette Humpe war auch Produzentin und im Background zu hören. Wie kam der Kontakt zu ihr zustande?
Das kam über meine Plattenfirma. Annette war für mich, und ist es auch immer noch, die Übermutter aller Leute, die deutsch texten. Unser aller Übervater ist Rio Reiser, und die Übermutter ist eben sie. Bei Reiser ist es eh schon längst überfällig, ihm posthum noch einen Dichterpreis zu verleihen! Es gibt so eine tolle Webseite auf der alle Texte von den "Scherben" und von Rio zu finden sind. Ich finde es manchmal richtig frustrierend, wenn ich da so durchsurfe und mir die Texte anschaue, dann frage ich mich oft selbst: "Warum schreibe ich eigentlich noch? Der hat doch alles gesagt und viel besser als ich." (lacht) Er ist für mich ein so genialer Dichter, das kann ich echt nur so sagen. Es ist eine Schande, wie er geendet ist, und dass er sein Lebenswerk nicht noch genießen kann. Meine Texte gäbe es ohne Rio Reiser nicht. Sebastian Krumbiegel von den Prinzen redet übrigens genauso über Rio wie ich. Das wird dann immer ganz emotional, wenn wir darüber reden (lacht).
Das war für mich als Kind schon prägend. Mit 7 Jahren konnte ich die ganzen Scherben-Texte auswendig. Mein Vater wohnte, peinlicherweise als einzig zahlender Mieter, im berühmtesten besetzten Haus von Berlin. Er ist Bildhauer und hatte dort sein Atelier. Dadurch kannten wir solche Sachen wie den "Rauch-Haus-Song". Das konnte ich als Kind auswendig mitgröhlen und fand das toll (lacht).

Wenn ich noch mal darauf zurückkommen darf: Du hast vorhin so ein bisschen abfällig über das 2. Lucilectric-Album "Süss aber gemein" gesprochen...
Damals lagen die Nerven überall ein bisschen blank. Jeder hat vom anderen gedacht, dass er ihn Scheiße findet, was aber überhaupt nicht gestimmt hat. Zu der Zeit hatte Annette eine Vision und meinte: "Keine Gitarren mehr." Das Blöde war, dass unsere Vision eine völlig andere war. Wir waren aber nicht in der Lage, das zu kommunizieren. Das lag aber auch daran, dass wir zu dem Zeitpunkt wie vorhin schon mal erwähnt total durch waren. Es gibt auf dem Album trotzdem ein paar gute Songs, z.B. "Das Gespenst", auf das ich immer noch sehr stolz bin, oder den Song "Farben".

Ich wollte es gerade sagen. Eigentlich ist die CD doch sehr abwechslungsreich, und ich habe nie verstanden, wieso sie nicht genauso erfolgreich war wie "Mädchen". Aber Künstler haben an ihren Alben oft im Nachhinein noch was zu kritteln...
Ja, ich denke auch. Das ist bei mir sowieso so! Gerade bei Sachen, die ich selber schreibe und produziere. Bei der ersten "Das Haus von Luci"-Platte habe ich fast alles selbst gemacht, nur Gitarre gespielt und gemischt habe ich sie nicht. Aber selbst da gibt es tausend Sachen wo ich heute sage: "Oh, das hätte ich doch anders machen können." Und das, obwohl ich auf die Platte sehr stolz bin. Das ist aber auch ganz normal, und deswegen höre ich mir die auch nur ganz selten mal an. Meistens ist es so, dass ich mir die mit einer ganz langen Pause dazwischen anhöre und dann sage: "Mensch, so Scheiße war das gar nicht." (lacht)

Auch das dritte Album von 1997, mit "Tiefer" betitelt, erreichte kaum noch jemanden. Da frage ich mich, wie so was sein kann, denn auch diese CD ist großartig geworden. Kommerziell gesehen kann man das wohl nur als Flop bezeichnen...
Ja, das war auch ein Flop. Aber es ist ein ganz tolles Album.

Sehe ich genauso. Liegt es vielleicht daran, dass die EMI es nicht richtig beworben hat?
Möglicherweise. Vielleicht haben die Leute von uns auch einfach nur etwas anderes erwartet. Es war weniger das Versäumnis der EMI so schädlich, als dieses totale Durchnudeln von "Mädchen". Die Leute wollten einfach, dass ich so bleibe und so bin, und wollten mich als lustiges Mädchen mit meinen Dreadlocks sehen, das da rumhüpft und auf der Schaukel sitzt. Das Blöde war, dass das Lied "Mädchen" bei Lucilectric am meisten aus dem Rahmen fiel, wenn man sich den Rest anschaut, den wir sonst so gemacht haben. Deswegen war es für uns auch so schwer, so einen Erfolg zu wiederholen. Das stach sogar so raus, dass wir anfangs dachten: "Das nehmen wir gar nicht mit auf die Platte mit rauf." Annette meinte dazu nur: "Seid Ihr wahnsinnig?" (lacht). Gott sei Dank hat sie das gesagt, uns da bequasselt und uns 10000 Versionen ausprobieren lassen, bis wir dann zufrieden waren damit.

Wenn man zuerst das "Mädchen"-Album hört, anschließend das zweite und dann das dritte hinterher, hört man förmlich, wie Du erwachsener geworden bist. Welche Entwicklung hast Du persönlich zwischen dem Anfang von Lucilectric und dem Ende der Band an Dir bemerkt?
Natürlich bin ich in der Zeit erwachsener geworden! Ich habe ganz viele positive, aber auch ganz viele doofe Erfahrungen gemacht. Zwischen der ersten und der dritten Platte liegt eine Hochzeit, die Trennung von dem Mann, dazu eine wirklich schwere, abgrundtiefe Depression, aber auch ganz tolle und schöne Erlebnisse und ein Riesenerfolg mit der Musik. In dieser Zeit ist wahnsinnig viel passiert, es gab eine unglaublich unglückliche Liebe, also lauter so Zeug, was natürlich auch in die Musik mit rein floss.

Einer der Produzenten der dritten Platte war And.Ypsilon von den Fantastischen Vier. Wie kam es dazu, dass er einige Eurer Songs produziert hat?
Ralf hatte eh immer einen guten Kontakt zu denen, und wir kannten die Jungs halt. Das bleibt ja auch gar nicht aus. Wenn beide einen Hit haben und immer unterwegs sind, dann triffst Du Dich halt öfters mal irgendwo. Das ist auch ein ganz toller und großartiger Typ!

Im Jahre 1999 erschien eine Single mit dem Titel "Waterfalls". Das war Deine erste Solo-Single. Gab es eigentlich ein offizielles Ende von Lucilectric oder ist das einfach eingeschlafen?
Naja, eingeschlafen nicht. Wir haben beide beschlossen: "Jetzt ist gut, es ist Quatsch weiterzumachen." Dann haben Ralf und ich erstmal zwei Jahre Erholungspause voneinander genommen (lacht), wir sind uns so ein bisschen aus dem Weg gegangen. Aber wie gesagt, sind wir Gott sei Dank heute wieder befreundet. Es gibt ein Filmprojekt, das ich gerade gemacht habe, wo er auch mitspielt. Auf der ersten "Das Haus von Luci"-CD hat er Posaune gespielt. Gott sei Dank verstehen wir uns wieder richtig gut!
"Waterfalls" war halt etwas, wo ich der Meinung war, ich müsse mich von dem Alten mal etwas lösen. Wenn man mit einer Sache fertig ist, dann will man was ganz anderes machen, und für mich war das dann, dass ich englisch-sprachige Musik gemacht habe. Ich hab das gemacht, es war auch schön, damit mal wieder unterwegs zu sein und live zu spielen, aber letzten Endes landet man doch wieder da, wo es einen emotional am meisten hinzieht. Und das ist bei mir natürlich schon die deutsche Sprache, und deswegen hat das auch nicht so lange vorgehalten mit der englisch-sprachigen Phase. Ich hatte aus meinem englisch-sprachigen Programm zwei Stücke für das erste "Das Haus von Luci"-Album übersetzt, bzw. neu betextet.


Luci van Org - Waterfalls
Also war "Waterfalls" noch nicht "Das Haus von Luci"?
Nein, "Waterfalls" war noch mein Solo-Projekt. Da war ich einfach als ICH unterwegs, hatte aber damals schon den gleichen Gitarristen, doch die Band war eine andere. "Das Haus von Luci" war dann später ein Trio.

Wie ist das Projekt entstanden, und wie ist es musikalisch einzuordnen?
Das war das Nachfolge-Projekt meines Solo-Programms, wo ich sagte, "die musikalische Richtung ist richtig". Auch das Dunkle ist richtig, auch das Fetisch-lastige war schon da. Ich habe mit der Band in Fetisch-Clubs gespielt, und die ganze Angelegenheit wurde mit der Zeit auch immer dunkler. Die Richtung war richtig, aber das Ganze dann doch auf deutsch, denn das kann ich besser. Bei dem Projekt habe ich ja wirklich alles alleine gemacht, da war ich sogar meine eigene Plattenfirma. Die erste Platte "Verbotener Raum" wird heute auf ebay zu astronomischen Preisen gehandelt. Das "Lied für meine Feinde" daraus war auch ein kleiner Szene-Hit. Das Ganze hat unheimlichen Spaß gemacht und war schön. Aber bei Übermutter war ich dann auch wieder froh, mal wieder loslassen zu können, und zu sagen: "Hey, ich mach jetzt mal nicht alles alleine. Ich schreibe jetzt mal die Texte mit jemandem zusammen, den ich sehr schätze, und ich mache mal die Musik wieder mit anderen Leuten zusammen." Produziert habe ich Übermutter auch nicht, sondern RB-Musik aus Gladbach, ganz tolle Leute! Wie das beim zweiten Album wird, da sitzen wir gerade dran und schreiben die Songs, wird man sehen. Ich hab schon Bock, wieder ein bisschen mehr, auch produktionstechnisch, zu machen. Aber da müssen wir mal gucken, was geht. Wir sitzen auf jeden Fall schon an neuem Material und arbeiten am neuen Album.

Das Projekt Übermutter gibt es seit 2007. Wie ist es entstanden?
Das ist entstanden, als mir Michael Kernbach diese Song-Skizze zu "Heim und Herd" schickte. Die Geburtsstunde von Übermutter war, als ich das hörte und sagte: "Das ist so krank, das ist geil", und als ich dann anfing zu singen und merkte, dass das unheimlichen Spaß macht. Was ich an Übermutter so liebe ist, dass diese Musik eine Kerneigenschaft von mir bedient, und das ist Wut. Auch Lucilectric war immer wütend. Ein Stück wie "Bye Bye" war auch auf der ersten Platte, superwütend und dreckig. Und bei Übermutter bin ich noch ein bisschen wütender. Da kam auch noch die Geburt meines Kindes dazu, wo ich gemerkt habe, dass man als Frau in dieser Gesellschaft, auch wenn sie noch so sehr viel redet und auch wenn einige Männer inzwischen Elternzeit nehmen - hahaha 14 Prozent aller Männer 2 Monate lang… Yeah! - sehr ungleich behandelt wird, und die Gesellschaft die Rechte und Pflichten sehr ungleich verteilt. Das hat mich dann sehr sehr wütend gemacht, und daraufhin sind sehr viele Texte von Übermutter in diese Richtung geraten. Aber ich bin um Gottes Willen keine Speerspitze der Frauenbewegung. Das möchte ich auch gar nicht sein. Ich möchte Gleichberechtigung, gleiche Rechte und Pflichten für alle. Das ist mein Anliegen, und wie ich finde eine sehr faire Forderung! Ich bin Gerechtigkeitsfanatiker, das war ich schon immer. Selbst als Kind bis zur Nervigkeit (lacht). Für mich ist es immer wichtig, bei Musik eine Aussage zu haben, und die haben wir damit bei Übermutter. Ich bin keiner, der Musik nur um ihrer selbst willen machen kann. Ich brauche immer irgendeine Message dahinter.

Du hast ein neues Album gerade schon angesprochen… Wie weit seid Ihr und wann wird es voraussichtlich erscheinen?
Oh, wir schreiben derzeit die Songs. Ich möchte da aber überhaupt nichts versprechen. Ich hoffe jedoch sehr, dass wir es dieses Jahr noch schaffen. Aber ich möchte nicht den Fehler machen, den ich bei Lucilectric gemacht habe: Ich möchte, dass das zweite Album besser wird als das erste! Und dafür möchten wir uns auch die Zeit nehmen, die wir brauchen. Ich möchte, dass das 1000%ig ausgegoren ist, bevor es rauskommt.

Was einige gar nicht wissen: Du hast fast 10 Jahre Radiomoderation gemacht und mit "Luci in the sky" beim Berliner Sender Fritz eine eigene Sendung gehabt...
Ja, stimmt! Aber Radio Fritz hört man im Norden, Westen und Süden ja eher weniger...


Luci van Org
(bürgerlich Ina Lucia Hildebrand)
Hast Du Deine Tätigkeit als Moderatorin aufgegeben, oder wird es Luci irgendwann noch mal am Mikro geben?
Im Moment hätte ich dafür eigentlich gar keine Zeit. Meine Moderatoren-Tätigkeit hörte mit meiner Schwangerschaft auf, weil ich meinen Job bei Radio Fritz deswegen verlor. Ich hatte da aber auch erstmal genug davon. Ich fand Moderieren immer supertoll, und es hat mir auch immer riesig Spaß gemacht, aber ich war danach auch sehr erleichtert, endlich mal wieder NUR Musik machen zu können. Musik machen und mittlerweile auch Schreiben, das ist so mein Ding.

Ja, darauf wollte ich jetzt kommen: Auch ein Buch hast Du rausgebracht..
Ja, da ist auch schon das nächste in Arbeit! Da fällt mir gerade ein: Wir gehen jetzt auf Lese-Tour. Mein lieber Kollege Sabotka und ich werden uns auf diese Reise begeben.

Die Termine dazu werden wir natürlich bei uns veröffentlichen.
Ja, das wäre ganz toll! Wir machen da ein sehr schönes Programm, das heißt "Kleine Störung der Totenruhe mit Musike", da werden Texte gelesen, aber nicht so stumpf, wie man das sonst in Lesungen kennt, wo wirklich nur einer vorne sitzt und liest, sondern wir agieren auch sehr viel, teilweise sehr lustig, teilweise bleibt einem das Lachen dann auch im Halse stecken...

Sind das Texte aus Deinem Buch, die da vorgetragen werden?
Ja, aus "Der Tod wohnt nebenan" und neuen Sachen von mir. Das ist ja so furchtbar mit den Büchern, denn ich bin ein sehr langsamer Schreiber, weil ich soviel nebenher noch machen muss, von irgendwas muss man ja schließlich leben. Das ist dann das Blöde, weil man immer erst einen Verlag findet, wenn das Buch fertig ist. Deswegen kann ich nie sagen, das kommt dann und dann raus, sondern werde jetzt erstmal vorlesen, was fertig ist.

Das war's eigentlich auch schon fast. Ich danke Dir für die sehr interessante und kurzweilige Zeit dieses Interviews. Möchtest Du an unsere Leser noch was loswerden?
Ich kenne die Leser ja nicht alle persönlich (lacht)

Ja, ne... ist klar
Grüße und Dank sind auf jeden Fall immer gut an alle geneigte Menschen, die sich mit meiner Musik befasst haben. Ich bin ja immer wieder erstaunt, wie viele sich damit befassen, eben auch schon seit der EENA-Zeit, denen das was gibt. Was mir mittlerweile am meisten Spaß macht ist, und das kommt ganz ganz häufig vor, dass bei Übermutter-Konzerten sehr hübsche junge, aber nicht mehr Teenager,… also Frauen auf mich zukommen, und so ganz verschämt eine CD aus ihrer Tasche ziehen und sagen: "Ich hätte gerne ein Autogramm auf die Übermutter CD, aber kannst Du mir die Mädchen-CD hier auch noch eben signieren? Das war meine erste Platte!" (lacht). Dass das wirklich jetzt teilweise so der Fall ist, dass die Leute mir über all die Jahre die Treue gehalten haben, das ehrt mich total! An diese Leute einen ganz lieben Gruß und vielen Dank. Und natürlich die Hoffnung, dass das so bleibt (lacht).

Lucilectric - Mädchen


Lucilectric - Hey Süßer


Üebermutter - Unheil


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Freitag, September 18, 2009

Tatu & Rammstein - Pruzhinki


Ohne Worte

Rammstein & Tatu

1. Pruzhinki (Ping-Pong Mix)
2. Polchasa Bez Tebya (Very Sad M)
3. Odno I To Zhe (Long Repeat Mix
4. Links 2 Dry 4 (Very Clear Mix)
5. Ein Kleiner Mensch (Small Grav)
6. Ya Soshla (Bonus Track)
7. Trafik Solnca (Bonus Track)
8. My Skuchali (Bonus Track)

Genre: Rock
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2004

http://rapidshare.com/files/280079784/TatuRam.rar



Anmerkung des Likedeelers: Das Listing stimmt nicht so ganz. Das eigentlich erste Lied des Albums fehlt und die letzten beiden Lieder sind von Zemfira statt von T.A.T.U.

1. Tatu & Rammstein - Ist das gut (3:27)
2. Tatu & Rammstein - Пружинки (4:05)
3. Tatu & Rammstein - Полчаса без тебя (4:32)
4. Tatu & Rammstein - Одно и тоже (2:39)
5. Tatu & Rammstein - Links 2 dry 4 (3:41)
6. Tatu & Rammstein - Ein kleiner Mensch (3:30)
7. Tatu & Limp Bizkit - Я сошла с ума (4:43)
8. Земфира & Rammstein - Трафик солнца (3:37)
9. Земфира & Clawfinger - Мы скучали (2:36)

Das fehlende erste Lied gibt es hier: Tatu & Rammstein - Ist das gut


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Dienstag, Mai 26, 2009

Schuldige Instanz

Die Letzte Instanz bekennt sich Schuldig, klare Positionen zu vertreten, musikalisch wie inhaltlich. Nach dem Akustikalbum zum Bandjubiläum hatte sich die Letzte Instanz einen Codex erstellt. Das Dogma: Keine Spielerei, pure energetische Rockmusik! Rezession ist woanders, für die Band wird 2009 das Jahr des Aufbruchs.
Es war noch nie leicht, die drei Bayern, drei Sachsen und einen in Istanbul lebenden Berliner musikalisch einzuordnen. Selbst, wenn man Schlagworte wie Brachialromantik, Folk, Gothic oder Rock als Eckpfeiler ausmachen kann, distanziert man sich doch von jedem Kategorisierungsversuch. Trotz aller musikalischen Vielfalt klingt Schuldig wie aus einem Guss. Schuldig grooved und rockt, es ist poppig, dunkel, melancholisch und hoffnungsvoll zugleich. Produziert und gemischt wurde in den Principal Studios Münster mit Henning Verlage und Vince Sorg (H-Blockx, Unheilig, Die Toten Hosen, In Extremo). Ein Album, welches ein Statement an die hiesige, deutschsprachige Rockszene geworden ist und die Herkunft der Band ( Subway To Sally, Schandmaul, Oomph!) gleichermaßen umfasst, wie den Geist moderner internationaler Rockproduktionen a la HIM, 30 Seconds To Mars und Linkin Park. Es ist das vierte Album in dieser Besetzung und offensichtlich wuchs hier über lange Zeit zusammen, was zusammen gehört. Rundum gelungen und ein Knaller, wie ihn keiner erwartet hat!(amazon)


Schuldig



Titelliste


01 Mea Culpa
02 Mein Engel
03 Flucht ins Glück
04 Eisherz
05 Traumlos
06 Dein Licht
07 Die Eine
08 Vollmond
09 Feuer
10 Mein Leben
11 Der Garten (Feat. Aylin Aslim)
12 Komm!
13 Finsternis
14 Wann?

Genre: Gothic Rock
Bitrate: 224 kBit/s (VBR)

Year: 2009


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Freitag, August 15, 2008

Letzte Instanz: Der Rest

Um die Sammlung zu vervollständigen, hab ich hier für Euch noch den Rest der Diskographie.




Brachialromantik



Title

01 Ouvertüre
02 Sinnfonie
03 Folkxweise
04 Herzdame
05 Egotrip
06 Kartenhaus
07 Schlaflos
08 Glockenrequiem
09 Nachtmusik
10 Schlangentanz
11 Pennywise
12 Rosengarten
13 Der Geigenschüler

Genre: Rock
Bitrate: 192 kBit/s

Year: 1997

Kalter Glanz



Title

01 Am Anfang
02 Ganz oder gar nicht
03 Kalter Glanz
04 In meiner Erinnerung
05 Mein Todestag
06 Kopfkino
07 Das schönste Lied der Welt
08 Mit mir allein
09 Gewissen
10 Oh, Fortuna
11 So ein Wind
12 Auf der Suche

Genre: Rock
Bitrate: 128 kBit/s

Year: 2001


Das Spiel



Title

01 Intro
02 Das Spiel Beginnt
03 Für Immer Und Ewig
04 Zarter Engel
05 Medusa
06 Singt Hallelujah
07 Love Is A Shield
08 Schrei Der Wale
09 Rapunzel
10 Gebranntes Kind
11 Das Ist Der Tag
12 Opus No. 1
13 Satyr
14 Mondfahrt
15 Das Spiel

Genre: Rock
Bitrate: 128 kBit/s

Year: 2004


Live



Title

01 Salve Te
02 Bittere Nacht
03 Das schönste Lied der Welt
04 Jeden morgen
05 Singt Halleluja
06 Kopfkino
07 Mondfahrt
08 Kalter Glanz
09 Rapunzel
10 Auf der Suche
11 Ganz oder gar nicht
12 Sprachlos
13 6 in 1
14 Mein Todestag
15 Kopf oder Zahl

Genre: Rock
Bitrate:

Year: 2004


Götter auf Abruf



Title

01 Initium
02 Salve Te
03 Bittere Nacht
04 Jeden Morgen
05 Showtime
06 Position im Kosmos
07 Am Fluss
08 Himmelfahrt
09 Einbahnstrasse
10 Der letzte Schrei
11 Sprachlos (Opus No.2)
12 Spurlos
13 Zwei Wege
14 Der Kaiser
15 Kopf oder Zahl (Bonus Track)

Genre: Gothik
Bitrate: 160 kBit/s

Year: 2006


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Montag, August 11, 2008

Letzte Instanz - Ins Licht

Die Letzte Instanz war schon immer irgendwie anders. Ok, Schandmaul geben der Violine auch eine große, tragende Rolle, aber während die Bayern schon beinahe Volksmusik spielen, baut die Letzte Instanz nach wie vor auch auf Gitarren. Trotzdem grenzen sich die Dresdner auch von Bands wie Subway To Sally oder In Extremo ab.
Elektrische Gitarre und Violine stehen sich im Opener "Sonne" absolut gleichwertig gegenüber und verbreiten gleich diese für die Instanz typische melancholische Stimmung. Holly, der neue Mann am Mikrophon, hat durchaus eine warme, angenehme Stimme, auch wenn ich Robin momentan noch ein wenig den Vorzug gebe. Doch dass Holly durchaus seine stimmlichen Qualitäten hat, ist spätestens nach "Unerreicht" nicht mehr zu leugnen.

Der Kontrast zwischen heftigen Gitarren, treibenden Violinen und der sehr ruhigen Stimme in "Ohne Dich" übt einen enormen Reiz aus und macht das Stück zum ersten Highlight von "Ins Licht". Das anschließende "Nimm Mich!" ist ein wenig sehr pathetisch geworden, das mag aber Geschmacksache sein. Dafür gefällt mir "Krieg Der Herzen" nicht nur textlich sehr gut, sondern auch die Mischung aus Stakkatoriffs und ein paar elektronischen Effekten ist gut gelungen.

Bei "Womit Die Welt Begann" handelt es sich um eine sehr hymnische Nummer mit tollen, warmen Melodien. Dagegen wirkt "Sandmann" fast schon etwas farblos. Dafür nimmt "Tanz" wieder deutlich Fahrt auf und erinnert dabei zwar an Subway To Sally, hat aber dank der Gitarrenarbeit doch einen ganz eigenen Charme. Das ist fast schon Nu Metal!

Mit "Stimmlein" folgt die heimliche Hitsingle, die nicht nur tatsächlich so was wie Frohsinn verbreitet, sondern auch Eric Fish (Subway To Sally), Sven Friedrich (Zeraphine) und Thomas Lindner (Schandmaul) als Gastsänger bereit hält. Allerdings ist der Schunkel-Faktor fast schon zu hoch. Da kommen das melancholische "Mein Herz" und der Chanson "Agonie", bei denen vor allem die Streicher auftrumpfen und für tolle Melodien sorgen, gerade recht.

"Traumschwere" ist ok, aber kein Highlight. Dafür kommt "Silber Im Stein" der finnischen Melancholie, wie sie Apocalyptica in Musik fassen, verdammt nah. Als Instrumental könnte dieser Song zu Tränen rühren. Offensichtlich haben Letzte Instanz den Wechsel von drei Mitgliedern gut überstanden und starten als Einheit ins Jahr 2006.

Quelle: laut.de


Ins Licht



Title

01 Sonne
02 Unerreicht
03 Ohne Dich
04 Nimm Mich
05 Krieg Der Herzen
06 Womit Die Welt Begann
07 Sandmann
08 Tanz
09 Das Stimmlein (feat. Eric Fish, Thomas Lindner, Sven Friedrich)
10 Mein Herz
11 Agonie
12 Traumschwere
13 Silber Im Stein

Genre: Rock
Bitrate: 211 kBit/s (VBR)

Year: 2006


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Letzte Instanz - Wir sind Gold

Die Szene ist sehr gespalten, was dieses Album angeht: die einen lieben es, die anderen finden es sei eine Mischung aus überzeugend guten Stücken und Musik auf Schlagerniveau.

Am Besten Ihr urteilt selbst (und vergebt für andere LeserInnen ein paar Sternchen).



Die LETZTE INSTANZ ist endlich angekommen! Mit „Wir sind Gold“, dem sechsten Longplayer der Band, scheint der erfolgreichsten Ost/West Band der ganz große Streich gelungen zu sein. Schon immer stand diese Band für Bewegung, Aufbruch und Mut zum Risiko. Mehrfach wechselte man das Line Up, ehe die LETZTE INSTANZ sich 2005 in der jetzigen Konstellation zusammenfand. Die Musiker aus Sachsen, Bayern und Berlin sind nicht zuletzt durch ihre außergewöhnliche Zusammensetzung ein Novum in der deutschen Musiklandschaft und bilden zusammen mit wenigen Ausnahmen die Speerspitze der hiesigen Rockbands, die nicht auf den kurzweiligen Trend setzen, sondern in der Tradition deutschsprachiger Künstler stehen und sich um Ausdruck und Eigenständigkeit bemühen. Stets hat die LETZTE INSTANZ sich für besagte künstlerische Eigenständigkeit und gegen das Schielen auf den kommerziellen Erfolg entschieden. Dass dies letztendlich der richtige Weg ist, bewies die Band eindrucksvoll mit ihrem letztjährigen Album „Ins Licht“. Eine hohe Chartplatzierung, erfolgreiche Gigs und zum Jahresabschluss eine gemeinsame Tour mit SCHANDMAUL zeigten deutlich, dass die LETZTE INSTANZ mittlerweile zu den angesagtesten und originellsten Rock Acts der Republik zählt.

Und gerade mal ein Jahr nach „Ins Licht“ legt das Septett ein Album vor, das man so kaum erwartet hatte. „Wir sind Gold“ scheint mehr als nur das sechste Studioalbum geworden zu sein. Man hört der Band förmlich an, wie einheitlich, feurig und ausdruckstark sie das Jahr 2007 begehen will. Sicher, das neueste Album ist stets das Beste. Aber es ist keine Floskel, wenn man schon jetzt behauptet, dass die LETZTE INSTANZ mit „Wir sind Gold“ das intensivste und tiefste Album ihrer Karriere vorgelegt hat.

Quelle: fan4z.de


Wir sind Gold



Title

01 du und ich
02 morgenrot
03 stormvogel
04 wir sind allein
05 komm nie zurueck
06 der ewige kreis
07 monument der stille
08 mein innere stimme I
09 worte brennen gut
10 maskenball
11 sie kommen
12 und das meer... -
13 frei
14 jeden abend
15 mein ton
16 mein innere stimme II

Genre: Rock
Bitrate: 203 kBit/s (VBR)

Year: 2007


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Samstag, August 09, 2008

Letzte Instanz - Das weisse Lied

Bin aus dem Urlaub zurück, aber jetzt erstmal auf einer Hochzeitsfeier. Hoffe Ihr habt Spaß mit diesem Album.



Die Dinge laufen auf "Das weiße Lied" etwas anders, das wird schon beim Opener "Kalter Glanz" klar. Eigentlich ist der wohlbekannte Letzte-Instanz-Hit ein klassischer Mittelalter-Rock-Song mit durchaus heftigen Riffs. Jetzt streichelt er plötzlich das Ohr, streift Chanson und Jazz. Ja, die Letzte Instanz veröffentlicht eine Platte, die man getrost als Winterplatte bezeichnen kann. Als Beschallung für den Glühweinstand auf dem Mittelalter-Weihnachtsmarkt mag sie zu spät kommen, zum Einkuscheln in die Winterstube genau richtig.

In den letzten zehn Jahren entwickelte sich die Letzte Instanz zu einer ebensolchen in Sachen Mittelalter-Rock. Insofern ist die jetzige Platte so etwas wie eine logische Konsequenz. Die eigenen Grenzen ausloten. Man möchte meinen, man wisse genau, wie das bei so einer Band klingt. Mittealterrock ohne Stromgitarre. Also nur noch Mittelalter. Dudelsack, Streicher, etc.

Aber auf dem Album, das auch vier neue Songs enthält, agieren Letzte Instanz verblüffend originell. Natürlich, Sänger Hollys Phrasierung ist die, die man kennt, auch wenn die etwas stillere Instrumentierung ihr ein paar neue Facetten abringt. Aber musikalisch ist's durchaus spannend - wegen nicht unbedingt zu erwartender Ausflüge Richtung Jazz und Folk und einer sehr detailverliebten Produktion: Mutig, wenn auch durchaus diskutierbar: "Helden", die deutschsprachige Coverversion des Bowie-Klassikers "Heroes".


Das weisse Lied



Title

01 Kalter Glanz
02 Tanz
03 Ohne Dich
04 Eros
05 Unerreicht
06 Jeden Morgen
07 Du und Ich
08 Helden
09 Das weisse Lied
10 Für immer und ewig
11 Morgenrot
12 Winter
13 Mutter

Weisse Worte


01 Eros
02 Philia
03 Agape

Genre: Gothic-Rock
Bitrate: 0 kBit/s

Year: 2007


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Sonntag, Juli 20, 2008

ASP - Horror Vacui

Zur Veröffentlichung von 'Ich will brennen' im Februar 2004 starteten ASP eine Aktion und Petition gegen die geplante Novellierung des Urheberrechts hinsichtlich des Verbots von Privatkopien. Der Single lag ein CD-Rohling bei, und auf der bandeigenen Homepage stand fast die gesamte Diskographie von ASP zum günstigen Bezahldownload bereit.

ASP (als Wort ausgesprochen) ist eine Band aus Frankfurt am Main, die in ihrer Musik Einflüsse aus Alternative Rock, Neue Deutsche Härte und Elektronik verarbeitet und mit einer gothic-ähnlichen Attitüde verknüpft. Bekannt wurden sie vor allem durch den Zyklus um den Schwarzen Schmetterling, um den sich die bisherigen Albenveröffentlichungen drehen. Die Band verwendet für ihre Musik den selbst zusammengestellten Begriff 'Gothic Novel Rock', um die literarische Seite der Musik und den Zusammenhang der 'Tales of ASP' zu betonen.

ASP wurden im Sommer 1999 von Sänger Alexander Frank Spreng (Asp) und den ehemaligen Gabi-Mohnbrot-Musikern Matthias Ambré (Matze), Andreas Gross (Tossi) und Oliver Himmighoffen (Himmi) gegründet. Den Spitznamen Asp erhielt Spreng, weil er dies als Kürzel für seine Schülerzeitungsartikel benutzte. Da die Band einen kurzen und einprägsamen Namen suchte, entschied man sich, die ganze Band ASP zu nennen. Ende des Jahres wurde die erste Promo-CD mit den Titeln Schwarzer Schmetterling, Sing Child und Teach Me War fertiggestellt... (Wikipedia)

Bei Interesse hätte ich noch 'aus der Tiefe' und 'interim works compendium'...

Part1:
Horror Vacui CD1
Part2:
Horror Vacui CD1



Titelliste


01 How Far Would You Go? (Single Version)
02 Hunger (Rerecorded)
03 Coming Home
04 Schwarzer Schmetterling (Remastered)
05 Ich Will Brennen (Rerecorded)
06 Dancing (Rerecorded)
07 Weltunter (Rerecorded)
08 Demon Love (Rerecorded)
09 De Profundis
10 Sing Child (Remastered)
11 Panik (Horror Vacui Mix)
12 Die Kleine Ballade Vom Schwarzen Schmetterling (Remastered)
13 Raserei
14 Stille Der Nacht (Rerecorded)
15 Once I A Lifetime (Remastered)
16 Die Ruhe Vor Dem Sturm (Remastered)
Part1:
Horror Vacui CD2
Part2:
Horror Vacui CD2

Titelliste


01 Ich Bin Ein Wahrer Satan (Single Version)
02 Me (Video Edit)
03 Schwarzes Blut (Club Version)
04 Kokon (Horror Vacui Mix)
05 Biotopia
06 Werben (Rerecorded)
07 Ballade Von Der Erweckung (Remastered)
08 Sanctus Benedictus (End Of Virginity-Version)
09 Krabat (Club Version)
10 Lykanthropie (Rerecorded)
11 Finger Weg! Finger!
12 Schwarz (Rerecorded)
13 Tiefenrausch-Live (Previously unreleased)
14 Und Wir Tanzten-Ungeschickte Liebesbriefe (Remastered)
15 Nie Mehr (Horror Vacui Mix)
16 Duett-Minnelied Der Incubi
17 So Viel Tiefer (Previously Unreleased)

Genre: Gothic Rock
Bitrate: 236 kBit/s (VBR)

Year: 2008


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Montag, März 10, 2008

Atrocity - Werk 80 II (2CD Deluxe Edition)

Nichts ahnend fahre ich mit dem Auto durch die Stadt, als sich mir Dita von Teese lasziv in Corsage und Strapsen entgegenräckelt. Hui, dachte ich mir, schön aber gewagt. Dann nehme ich den mp3.de-Schriftzug wahr und denke mir, da solltest Du mal reinhören.
Tja, so schnell wird man von unterschwelliger Werbung eingefangen.

Atrocity sagte mir bislang gar nichts, also bin ich ganz vorbehaltslos an das Album rangegangen. Einzig irritierte mich das Zusammenspiel von mp3.de und dem Motiv, das ich eher mit der Gothic-Scene in Verbindung brachte. Aber auch bei den Major-Labels gibt's ja gute Musik.

Ich stellte dann beim Hören schnell fest, dass es sich nicht wirklich um Gothic handelte, sondern wenn überhaupt um Goth-Core. Da ich noch nie ein Freund von Schwermetallspielarten war bin ich also auch nicht 100% begeistert. Alter Sack der ich bin, höre ich selbstverständlich noch gerne die Sachen aus den 80ern, aber ehrlich gesagt lieber im Original.
Einige Interpretationen der guten alten Lieder sind jedoch wirklich gut gelungen wie z.B. Smalltown Boy, Send Me An Angel oder Maid Of Orleans.

Fazit: Atrocity gehört sicher nicht zu den schlechtesten Vertretern der Death- oder Goth-Metal Bands, aber wirklich gut ist nur die Playlist und die Bildchen von der bereits erwähnten Frau von Teese.



Atrocity ist eine der schillerndsten Formationen im Metal-Business. Anfangs eine technisch versierte Death Metal-Band, wandelt sie sich immer mehr zu einer Erscheinung, die sich jeder Berechenbarkeit entzieht und sich in keine Ecke drängen lässt.

Der Ursprung der Band geht auf das Jahr 1985 zurück, in dem sich Shouter Alexander Krull, die beiden Gitarristen Mathias Röderer und Frank Knodel, Basser Renè Tometschek und Drummer Gernot Winkler unter dem Namen Instigator in Ludwigsburg zusammen tun. Nach einigen Besetzungswechseln (neuer Drummer ist Michael Schwarz, der Mann am Bass heißt Oliver Klassen und an der zweiten Klampfe steht für Frank inzwischen Richard Scharf) kommt inzwischen als Atrocity die EP "Blue Blood" auf den Markt und schlägt im Underground mächtig ein.

"Hallucinations" bietet 1990 technisch sehr anspruchsvollen Death Metal und ein geniales Cover von keinem Geringerem als H.R. Giger, dem Mann der das Alien erschaffen hat. Die Aufnahmen finden in Florida unter der Aufsicht von Produzenten-Legende Scott Burns im Morrissound Studio statt und innerhalb von acht Tagen ist das Album eingespielt. Das Ergebnis ist mehr als beachtlich, nicht nur wenn man bedenkt, dass das alles zwischen Touren mit Carcass, Sodom und Deicide stattfindet.

Das Zweitwerk "Todessehnsucht" klingt noch ausgefeilter, wenn auch die Komplexität etwas zurückgeschraubt wird. Um verstärkt klassische Elemente in ihre Musik zu integrieren, laden Atrocity vier Opernsänger ins Studio ein, was zur Folge hat, dass in den Rezensionen der Platte des öfteren das Wort 'wagnerianisch' fällt. Ohne Einverständis der Band veröffentlichen Roadrunner Records die Scheibe in den Staaten unter dem Titel "Longing For Death", was zu einiger Missstimmung bei der Band führt.
Mit Dark Millenium sind sie in Europa unterwegs, die geplante Tour mit Death durch die Staaten fällt leider flach.

Während sich "Hallucinations" textlich um ein Mädchen im Drogensumpf drehte und "Todessehnsucht" wohl für sich spricht, ist "Blut" ein Konzeptalbum über (surprise, surprise) Vampirismus. Von der Musik zum Titeltrack inspiriert reist Alex zusammen mit dem neuen Bassisten Markus Knapp nach Transsylvanien um sich von der Landschaft neue Impulse zu holen. Da ihn die Umgebung dermaßen beeindruckt und sich herausstellt, dass seine Vorfahren teilweise aus der Gegend um die Karpaten stammen, ist das Thema klar. Wieder treten die komplexen Parts in den Hintergrund und machen experimentelleren Klängen Platz wie auf "Calling The Rain" oder "Land Beyond The Forest" auf denen Alex' Schwester Jasmin zu hören ist. Auch Alex zeigt wie variabel seine Stimme geworden ist. Schon auf den nachfolgenden Touren mit Obituary, Pitchshifter oder Crematory zeigen sie, dass sie vor sehr unterschiedlichen Publikum bestehen können.

Auf der EP "Calling The Rain" weiten die Geschwister ihr Zusammenarbeit weiter aus, und auch der neu hinzu gestoßene Gitarrist Thorsten Bauer trägt schon zum Songwriting bei. Das Album besticht durch sehr ruhige, emotionale Töne, woraufhin das neue Label Massacre Records die Scheibe mit dem seltsamen Etikett "Ethno-Metal" versieht. Da die Musik nicht unbedingt zum Moshen anregt, spielen sie auf einem Konzert in Plauen mit Goethes Erben vor einem komplett bestuhlten Konzertsaal. Doch auch auf weiteren Konzerten mit Rage spielen sie Stücke der EP mit Erfolg live.

"Die Liebe" ist eine Kooperation von Atrocity und den EBM/Dark Wave-Helden Das Ich und gleichzeitig das erste Album für Christian Lukhaup, der den ausgestiegenen Markus Knapp am Bass ersetzt. Die Platte ist ein Novum, da Songs der jeweils anderen Band umarrangiert und schließlich gemeinsam eingespielt wurden. Allein der Titeltrack stammt von den EBM-Pionieren Laibach, die ebenfalls von der Version begeistert sind. Die anschließende Tour zeigt insgesamt neun Musiker auf der Bühne, die es schaffen Metalheads, Gothics und jede Menge andere Leute vor der Bühne zu vereinen.

Die Zusammenarbeit mit Bruno Kramm von Das Ich setzt sich '96 auf "Willenskraft" fort, wo dieser als Co-Producer in Erscheinung tritt. Die CD vereint alle Stärken der Band, hinterlässt bei manchen, die mit Atrocity nicht so vertraut sind, aufgrund des textlichen Konzepts und dem Spruch "Wir sind der Menschenfeind" einen seltsamen Beigeschmack. Ihren politischen Standpunkt macht der Fünfer auf dem Wacken Open Air jedoch eindeutig klar, als sie zum Track "Willenskraft" ein riesiges Hakenkreuz zertrümmern.

Nachdem sie von der Tour mit In Flames, Totenmond und Heavenwood wieder zurück sind, erscheint die auf 666 Stück (ganz schön evil) limitierte und mit einem herrlich klischeehaften Cover geschmückte EP "The Hunt", auf der sich Demo- und Rehearsal-Songs, ein Remake von "Blue Blood" und eine derbe Version von "The Hunt" befindet, was die Platte zu einem absoluten Liebhaberstück macht. Drummer Michael 'Migge' Schwarz sucht sich derweil nebenher noch Beschäftigungen bei Umbra Et Imago und Belching Beet.

Mit "Werk 80" gelingt es den Ludwigsburgern einmal mehr, jeden zu überraschen. Mit "Shout" von Tears For Fears, "Wild Boys" von Duran Duran und vielen anderen Sachen befinden sich ausschließlich Songs aus den 80ern im neuen Musikgewand auf dem Output. Gesanglich wird Alex von Liv Kristine von Theatre Of Tragedy unterstützt, mit der er seit einiger Zeit zusammen ist. Das Coverartwork kann sich auch sehen lassen und das Album ist ein voller Erfolg sowohl in Metal-, als auch in Gothic-Kreisen. Die Touren zum Album absolviern sie mit tatkräftiger Unterstützung von diversen Tänzerinnen, die sich passend zum Cover, in Lack und Leder präsentieren. Die Tour zum Album ist die letzte für Drummer Migge, Ersatz finden Atrocity in Martin Schmidt.

Zur Freude vieler (nicht nur männlicher) Fans bleibt das Cover zu "Non Plus Ultra" in der selben Tradition. Doch auch musikalisch haben sich Krulle und seine Mitarbeiter was einfallen lassen. Mit 26 Audio- und 7 Videotracks lohnt sich die Anschaffung auf jeden Fall, da neben diversen Projekt-Songs (mit Lacrimosa, Silke Bischoff u.a.) auch rare und unveröffentlichte Songs geboten werden.

2000 kommt schließlich das nunmehr zehnte Album "Gemini" auf den Markt. Darauf scheinen Atrocity etwas von ihrer Originalität eingebüßt zu haben, denn wirklich außergewöhnlich ist die Scheibe nicht. Auf der Tour mit Pain springt der Funke auch viel zu selten über und die Band scheint musikalisch in einer Sackgasse zu sein. Folglich wundert es auch nicht sonderlich, dass man von den Schwaben - abgesehen von ein paar Dates mit In Extremo in Mexiko - in den nächsten Jahren nicht viel hört. Alex und Liv Kristine heiraten in der Zwischenzeit und Nachwuchs stellen sie auch gleich mal sicher. Außerdem arbeitet der Hüne immer öfter auch als Produzent für diverse andere Bands.

2004 kehrt der zwischenzeitlich ausgestiegene Thorsten Bauer wieder zum Line-Up zurück, und etwa 90 Prozent der bisher erarbeiteten Songs fliegen wieder raus. Zusammen machen sie sich an die Ausarbeitung des "Atlantis"-Konzeptalbums, über den Aufstieg und Fall des sagenumwobenen sechsten Kontinents. Musikalisch gehen sie wieder deutlich härter zur Sache und greifen auch auf diverse Black Metal-Zitate zurück. Leider ist der Sound etwas dumpf ausgefallen, was den sonst guten Eindruck etwas schmälert. Dafür ist die Multimedia Sektion mit einem Videoclip zur Single "Cold Black Days" absolut gelungen.

Liv Kristine, die von Theatre Of Tragedy geschasst wurde, hat inzwischen mit Leaves' Eyes ihr eigenes Projekt gegründet, an dem auch sämtliche Mitglieder von Atrocity beteiligt sind. Was ist also praktischer, als auch gemeinsam auf Tour zu gehen? Ebenfalls mit dabei sind noch Battlelore und Elis und wenig später sind sie nochmal mit Battlelore und Sirenia unterwegs. Allerdings macht sich Drummer Martin vom Acker und Atrocity sichern sich die Dienste von Moritz Neuner, der schon bei Graveworm, Darkwell, Dornenreich, Evenfall und so ziemlich überall schon gespielt hat. Mit ihm geht es im Oktober '05 in den Staaten im Rahmen der 'International Extreme Music Festival'-Tour auf die Straße.

Auch in Südamerika sind sie 2006 unterwegs und machen sich im April schon wieder auf, durch Europa zu Touren. Im September spielen sie sogar ihre ersten Dates in Australien, sind parallel aber schon dabei, am nächsten Album zu arbeiten, das in der Tradition von "Werk 80" stehen soll. Außerdem werkeln sie an einer DVD, die jede Menge alte Filmsequenzen enthalten wird.
Für die Aufnahmen von "Werk 80 II" holen sie sich nicht nur das Schorndorfer Symphonieorchester, sondern auch einen Chor ins Studio. Da muss das Coverartwork natürlich ebenfalls mithalten können, und so stellen sie die Fetish-Ikone Dita von Teese, Exfrau von Marilyn Manson, vor die Kamera.

Mitte November rappelt es aber noch mal im Bandgefüge, Chris Lukhaup muss seinen Hut nehmen. Drummer Moritz zieht ebenfalls weiter - Atrocity sehen sich nach einer komplett neuen Rhythmusabteilung um. Kurz bevor "Werk 80 II" Anfang Februar 2008 erscheint, vermelden sie mit Nick Barker (Ex-Cradle Of Filth/Dimmu Borgir/Testament) einen neuen Drummer - sowohl für Atrocity-Dienste als auch Leaves' Eyes.

Quelle: laut.de


Werk 80 II



Title

CD1

01 People Are People
02 Smalltown Boy
03 Relax
04 Dont You Forget About Me
05 The Sun Always Shines On TV
06 Hey Little Girl
07 Fade To Grey
08 Such A Shame
09 Keine Heimat
10 Here Comes The Rain Again
11 Forever Young

Bonus:
12 Feels Like Heaven

CD2

01 Shout
02 Rage Hard
03 Wild Boys
04 The Great Commandment
05 Send Me An Angel
06 Tainted Love
07 Der Mussolini
08 Being Boiled
09 Dont Go
10 Lets Dance
11 Maid Of Orleans

Bonus:
12 Das Letzte Mal
13 Die Deutschmaschine
14 Verschwende Deine Jugend
15 Tainted Love (Albrin Mix)
16 Shout Bonus Track

Genre: Metal
Bitrate: 240 kBit/s (VBR)

Year: 2008


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Sonntag, September 02, 2007

Noch mehr von Witt

So - hier hab ich noch ein paar Alben von Joachim Witt ausgegraben. Auf LP - noch nicht geripped hab ich noch Edelweiß von 1982. Wer die haben möchte, muß sich noch etwas gedulden. Jetzt erst mal viel Spaß mit diesen.

Silberblick



Title:

01 Kosmetik (Ich bin das Glück dieser Erde)
02 Goldener Reiter
03 Der Weg in die Ferne (Heaven)
04 Meinen Nerven
05 Ich hab' so Lust auf Industrie
06 Mein Schatten (Na, na, na, na, Du Bandit, Du)
07 Ja, Ja ...
08 Sonne has sie gesagt

Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1981

Bayreuth Eins



Title:

01 Das Jüngste Gericht
02 Das Geht Tief
03 Träume, Die Kein Wind Verweht
04 Die Flut (Album Version)
05 Wintermärz
06 Treibjagd
07 Trauma
08 Morgenstern
09 Und ... Ich Lauf
10 Liebe Und Zorn
11 Venusmond

Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1998

Bayreuth Zwei



Title:

01 Bataillon d´Amour
02 Stay?
03 Der Sturm
04 In tiefer Nacht
05 Jetzt und ehedem
06 Seenot
07 Kyrie eleison! (Der Mönch)
08 Dann warst du da!
09 Hey - Hey (Was für ein Morgen!)
10 Die Flucht
11 Über den Ozean

Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2000

Eisenherz



Title:

01 Eisenherz
02 Du Teufel
03 Wie Oft Muss Ich Noch Sterben
04 Freundschaft
05 Supergestoert Und Superversaut
06 Ich Bin Schwul
07 Steif
08 Du Wirst Niemals Meine Traenen In Dir Sehn
09 Fliegen
10 Wie Ein Schrei
11 Schwingenschlag
12 Trauer Liegt Ueberm See

Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2002

Bayreuth Drei



Title:

01 Ahhh!!!
02 Menschen
03 Wem gehoert das Sternenlicht
04 Wo versteckt sich Gott
05 Schmutz
06 Neuland
07 Leben im Staub
08 Ich spreng den Tag
09 Tiefenrausch
10 Die Macht
11 Tief in der Tiefe

Genre: Alternative
Bitrate: 160 kBit/s
Year: 2006


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Freitag, August 31, 2007

Witt - Auf Ewig

Über so manche erste Gehversuche sollte man einfach besser den berühmten Mantel des Schweigens legen. So z.B. auch bei Joachim Witt, als er in den 70er Jahren unter dem Pseudonym Julian herumgeisterte: Sowohl der Song “Ich bin ein Mann“, als auch “Ich weiß, ich komm zurück“ versanken schnell in der Belanglosigkeit.

Dies änderte sich jedoch alsbald durch sein aktives Mitwirken bei der Rockband Duesenberg, aus der Joachim Witt dann Anfang der 80er Jahre als reiner Solokünstler hervorging. Hierbei schlug gleich sein Debütalbum “Silberblick“ ein wie eine Bombe, als im Jahre 1981 “Der goldene Reiter“ als erfolgreiche Radio-Single ausgekoppelt wurde. Seither gilt Joachim Witt als einer der Mitbegründer der Neuen Deutschen Welle und sahnte zugleich zahlreiche Musikpreise ab.

Doch dann verließen sie ihn… Als es gegen Ende der 80er Jahre endgültig vorbei war mit der NDW, versank auch Joachim Witt ins tiefe Bodenlose und seine Alben blieben wie Blei in den Regalen liegen.
Doch dann kam jenes schicksalsträchtige Jahr 1998. Das Jahr, in dem Joachim Witt mit “Bayreuth“ nochmals zu einem allumfassenden Rundumschlag ausholte, der sich insbesondere in der neuen (Gitarren-)Härte seiner Musik niederschlug. Als Vorreiter schickte man seinerzeit den düsteren und endzeitlichen Titel “Die Flut“ ins Chartrennen - ein Duett, von Joachim Witt zusammen mit dem Wolfsheim Sänger Peter Heppner.
Der Rest ist Geschichte… “Die Flut“ war eine der erfolgreichsten Singles des Jahres 1998 und auch das Gesamtwerk “Bayreuth“ thronte zu Recht lange Zeit an der vorderen Spitze der Musikcharts. Im letzten Jahr folgte dann mit “Bayreuth 3“ der Abschluss der sozialkritischen und wertkonformen Reihe. Dazwischen erschienen (nicht minder erfolgreich) die beiden CD-Produktionen “Eisenherz“ (2002) und “Pop“ (2004).

Womit wir nun endgültig in der heutigen Gegenwart angekommen wären:
“Auf Ewig - Meisterwerke“ widmet sich dem Joachim Witt der Neuzeit. Was bedeutet, dass sich die Retrospektive des gebürtigen Hamburgers auf die Alben “Eisenherz“, “Pop“ und “Bayreuth 1 - 3“ beschränken. Ausnahmen bilden hier lediglich die beiden frühzeitlichen Klassiker “Der goldene Reiter“ und “Herbergsvater (Tri Tra Trullala)“, die komplett neu arrangiert und eingespielt wurden. Entsprechend deftig und druckvoll ertönen nun diese Kollaborationen aus Neuer Deutscher Härte und saftigem Elektro-Rock.

Aber auch “Leben im Staub“ unterzog Joachim Witt einem zeitgeistlich noch moderneren Anstrich, indem er extra einen deutlich gehaltvolleren „G8 - Mix“ für eben jenen Titel anfertigte. Diese Chance auf ein zusätzliches politisches Statement wollte sich das jahrelange ATTAC - Mitglied einfach nicht nehmen lassen!
Parallel zu zeitgenössischen Hit-Singles wie “Und ich lauf“, “Bataillon d´Amour“ und “Das geht tief“ gibt es aber mit “Weh-Oh-Weh“ und “Unsere Welt“ auch zwei ganz neue Kompositionen aus dem Hause Witt zu hören. Ebenfalls mit einer gelungenen Mischung aus Härte, Poesie und politischem Understatement versehen, vollzieht der Norddeutsche einen vorbildlichen Spagat aus Tiefgang, Anspruch und Unterhaltung.

Fazit: Somit bleibt Joachim Witt auch im Jahre 2007 nach wie vor direkt am Puls der Zeit. Und scheut sich auch nicht davor, heiße Eisen wie die wirtschaftliche Globalisierung oder das emotional abgestumpfte Gesellschaftsleben anzupacken.
Witt fordert wie auch schon vor über 25 Jahren seine Zuhörer zum Mitdenken auf. Er setzt auf engagierte Courage und weicht auch nicht davor zurück, richtig unbequem zu werden… Schade nur, dass immer erst so ein „alter Haudegen“ (Joachim Witt wurde am 22.02.1949 geboren) kommen muss, um die notwendige Fahne des sozialen Protestes hochzuhalten.
the-pit.de

Auf Ewig



Title:

01 goldener reiter (neuzeit remix)
02 ich sprengden tag
03 eisenherz
04 jetzt und ehedem
05 hundert leiber
06 die flut
07 herbergsvater (tri-tra-trullala)
08 und ich lauf
09 wem gehoert das sternenlicht
10 das geht tief
11 unsere welt
12 supergestoert und superversaut(oomph-remix)
13 bataillon dmour
14 wo versteckt sich gott
15 weh-oh-weh
16 immer noch

Genre: Alternative
Bitrate: 215 kBit/s (VBR)
Year: 2007


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Dienstag, Oktober 24, 2006

U N H E I L I G - G O L D E N E Z E I T E N

Hier mal wieder was für die Freunde der düsteren Musik.

Here some real good gothic-rock from Germany.

Goldene Zeiten


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