Hier ist die gewünschte Arsch huh, Zäng ussenander! CD in der Version, wie sie beim Konzert am 9.12.1992 verkauft wurde, weswegen das Briefträger-Lied nicht drauf ist. Ebenfalls fehlt auf dieser Version Auf Der Welt Gibt Es 3000 Völker, Aber Nur Ungefähr 180 Staaten.
Am 9. November 1992 versammelten sich 100.000 Menschen auf dem Chlodwigplatz in Köln. Künstler der Kölner Musikszene hatten zu einem Konzert „gegen Rassismus und Neonazis“ aufgerufen. Vorausgegangen war eine Welle von Übergriffen mit ausländerfeindlichem Hintergrund, so zum Beispiel im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. „Wir […] wollen […] dazu beitragen, die weitverbreitete Sprachlosigkeit zu der Entwicklung in unserem Land zu beenden“, schreiben die beteiligten Künstler in der vorab veröffentlichten Erklärung zur Großveranstaltung.
Der Titelsong wurde komponiert von Vassilis Nikitakis und getextet von Wolfgang Niedecken.
Gleichzeitig wurde die AG Arsch huh gegründet, die seitdem immer wieder Projekte und Initiativen gegen Rechts unterstützt, so zum Beispiel die Ausstellung Zwangsweise Kölsch im Jahre 2000, die sich mit der Zwangsarbeit in Köln während des Dritten Reiches beschäftigte.
Beteiligte Künstler:
BAP, Jürgen Becker, Klaus Bednarz, Bläck Fööss, Viktor Böll, Brings, Rolly Brings, Charly T., Elke Heidenreich, Höhner, Jean Jülich, L.S.E., Willy Millowitsch, Samy Orfgen, Shary Reeves, Anke Schweitzer, The Piano has been drinking, Triviatas - 1. Kölner Schwulenchor, Vassilis Nikitakis, Viva la Diva, Bernd Winterschladen, Zeltinger
de.wikipedia.org
Arsch huh, Zäng ussenander! (Version verkauft beim Konzert 9. 12. 1992)
Genre: Folk-Rock
Bitrate: 236 kBit/s (VBR)
Year: 1992
Freitag, September 07, 2007
VA - Arsch huh, Zäng ussenander!
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Jens Friebe - Vorher Nachher Bilder
Hier hab ich dann auch noch die 1. von Jens Friebe ausgegraben. Eine schöne Einstimmung bevor Ende des Monats sein neues Album erscheinen wird.
"Alles riecht nach Abschiednehmen und dem Zeug / Das du dir immer in die Haare schmierst / Und irgendwann sag ich zu dir / Bring mich zum Wagen / Bring mich zum Weinen". Der Berliner Jens Friebe nennt sein Debüt "Vorher Nachher Bilder", und wann zuletzt passten Pop und deutsche Sprache so gut zusammen? Produziert haben Armin von Milch und Tobias Levin; vorher machte sich Blumfeld-Sänger Jochen Distelmeyer für Friebes Plattenvertrag stark. Diese Namen und ihr musikalisches Schaffen muss man auch bemühen, will man Referenzen finden. Friebe entlarvt reimend Klischees, baut gleichzeitig einen doppelten Boden und befreit die Worte von allem Überflüssigen. Dazu kreiert er wunderschöne Melodien, manchmal nur als Pianoskizzen, manchmal als opulenter Elektropop oder funkiger Glamrock. Vielleicht ist es das Zuammenspiel von Text und Musik, vielleicht sind es diese altbekannten Wahrheiten, die schon so lange hätten ausgesprochen werden sollen - in dieser grandiosen Pop-Platte schlummert unwiderstehliche Melancholie, etwas Geheimnisvolles, Unergründliches - kurz: Genie.
kulturnews.de
Vorher Nachher Bilder
Genre: Liedermacher
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2004
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Donnerstag, September 06, 2007
Jens Friebe - In Hypnose
Jens Friebe ist Deutschlands Lagerspalter: Weil er auch Mut zu Camp zeigt, nennen die ganz Coolen das weichlichen Kitsch. Weil endlich ein deutscher Musiker mit Geschlechterrollen spielt, reagiert der homophobe Mob angriffslustig. Und da Friebes Texte mehrdeutig sind, wollen überforderte Feuilletonschreiber ihm gar Nationalismus
anhängen. Doch der Wahlberliner hat für alle die richtige Antwort: sein zweites Album In Hypnose. Wieder reicht das Spektrum auf der wohl besten deutschen Popplatte 2005 von Discoquatsch bis zu handgemachten Liebesliedern. Und wieder wird vor allem über die intelligenten Texte geredet werden. Zu Recht, denn Friebe reiht wunderbare Sprachbilder zu ganz konkreten Geschichten auf - und eröffnet trotzdem unzählige Bedeutungsebenen. Und einen Hit wie Lawinenhund soll Friebe erst mal jemand nachmachen.
Kulturnews.de
In Hypnose
Title
1. Kennedy
2. Lawinenhund
3. Still
4. Bungeeseil
5. Theke Mit Den Toten
6. Es Hat Keinen Namen
7. Messer Von Hinten
8. Rauch Ohne Feuer
9. 10000 Zeichen
10. Jede Menge Ziele
11. Abend Voller Glück
12. Roadmovie To Berlin
Genre: Liedermacher
Bitrate: 128 kBit/s
Year: 2005
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Mittwoch, September 05, 2007
Trio - Live im Frühjahr 82
Die Band Trio entwickelte ursprünglich Musik für eine Live-Show, welche sich auf einem regulären Studio-Album nur eingeschränkt präsentieren ließ. Nachdem 1981 das Studio-Album „Trio“ erschienen war, entschloss sich Anfang 1982 der Trio-Produzent Klaus Voormann, ein Live-Album der Band aufzunehmen. Hierzu ließ er insgesamt drei Konzerte mitschneiden, von denen das Konzert im der Stuttgarter „Mausefalle“ zur
Veröffentlichung ausgewählt wurde.
Das vollständig mitgeschnittene Konzert hatte eine Lauflänge von etwa 80 Minuten. Für die Veröffentlichung wurde die Aufnahme auf knapp 60 Minuten gekürzt, indem teilweise komplette Lieder herausgeschnitten wurden. Insbesondere wurde auch das Lied „Broken Hearts For You And Me“ gekürzt, indem das Gitarrensolo entfernt wurde.
Neben der Musik von Trio sind auf dem Live-Album zahlreiche skurrile und bizarre Kurzgeschichten zu hören, die allesamt exakt einstudiert waren, jedoch trotzdem spontan wirken. So erzählt Sänger Stephan Remmler von einem Besuch in der „Candy-Bar“ (eigentlich ein Bordell, das heute „Bei Ruth“ heißt), in welchem Trio auf drei Barhockern vor drei Gläsern Bommerlunder saß und der Bardame „Conny“ der Bandnamen „Trio“ erklärte. Des
Weiteren präsentierte Remmler zu „Je t’aime… moi non plus“ von Serge Gainsbourg eine Gummipuppe, auf deren begrenze Haltbarkeit er hinwies und als Alternative einen billigeren Wasserball empfahl.
Das Live-Album wurde im Oktober 1982 gleichzeitig zur Single „Anna – Lassmichrein Lassmichraus“ veröffentlicht – jedoch nur auf Audio-Kassette, was zu dem Werbeslogan „Die erste Live-Platte, die
es nur auf Kassette gibt“ führte. Trotzdem wurden Werbetafeln im 12“-Format hergestellt, die im Schallplattenladen in das Trio-Fach gestellt wurden, um auf die Kassette hinzuweisen.
1992 erschien das Album nachträglich auf CD. Die CD-Fassung war nur kurz erhältlich und gilt heute als rares Sammlerstück.
de.wikipedia.org
Live im Frühjahr 82
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Cosa Rosa - Cosa Rosa

Cosa Rosa hieß mit bürgerlichem Namen Rosemarie Precht und war gelernte Architektin. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie jedoch nur kurz in einem Architekturbüro in Berlin, ehe sie sich auf ihre Leidenschaft, die Musik, konzentrierte. Ihre ersten Sporen als Musikerin verdiente sie sich bei der Mädchenband INSISTERS, mit der sie im Jahre 1981 die LP "Moderne Zeiten" veröffentlichte. Kurz nach Erscheinen der LP trennte sie sich von der Band, um ein Angebot der bekannten deutschen Musikerin Ulla Meinecke anzunehmen, die damals eine neue Keyboarderin für ihre Tournee suchte. Spliff-Schlagzeuger Herwig Mitteregger, der 1980 als Ulla Meineke Produzent fungierte, schlug Rosa für Ullas Band vor.
Rosa war seit 1976 die Freundin von Reinhold Heil. Von ihren Kompositionen angetan und auch überrascht, beschloss Reinhold Heil mit ihr zusammen Musik zu machen. Die Solokarriere von Cosa Rosa hatte begonnen. Rosa und Reinhold versuchten lange, die Kompositionen auf konventionelle Instrumente zu übertragen. Mit den Ergebnissen waren beide nicht zufrieden. Nach langem Experimentieren beschlossen die beiden, die komplette LP nur mit Synthesizern und Rhythmusmaschinen aufzunehmen. Das Ergebnis war erfolgreich. Mit dem Debüt-Album "Traumstation" und der daraus ausgekoppelten Single "Rosa auf Hawaii" begeisterte Cosa Rosa die Musikfans und Journalisten gleichermaßen.
Trotz des Erfolges arbeiteten Cosa Rosa weiterhin für Ulla Meinecke und Reinhold Heil für Spliff. Als 1985 dann die LP "Kein Zufall" und die Single "Millionenmal" veröffentlicht wurden, war das der größte Erfolg für die beiden. Die Single landete prompt in den Top 10 der Deutschen Single Charts, das Album kam bis auf Platz 40 der LP Charts. "Millionenmal" lief im Radio rauf und runter - noch Jahre nach seiner Veröffentlichung.
Im Jahre 1986 folgte das dritte und letzte Album der hübschen Berlinerin mit dem schlichten Titel "Cosa Rosa". Auch die Single "Puppe kaputt" aus dieser LP platzierte sich in den Top 100.
Ende der 80er Jahre vermeldete die Presse, daß es Cosa Rosa gesundheitlich nicht sehr gut gehen würde. Sie und ihr Lebensgefährte zogen sich aus der Öffentlichtkeit zurück. Den Krebs hat Rosa Precht nicht besiegen können; sie starb am 31.Januar 1991 an den Folgen dieser Krankheit. Zurück blieb ihr Schaffen - drei LPs mit großartigen Deutschen Pop-Songs.
www.kayboard.de
Cosa Rosa
Genre: NDW
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1986
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DÖF - Tauchen - Prokopetz
DÖF (Deutsch-Österreichisches Feingefühl) war eine Band der Neuen Deutschen Welle, bestehend aus Joesi Prokopetz, Manfred O. „Fredi“ Tauchen, Annette Humpe (Ideal, Ich+Ich) und Inga Humpe (Neonbabies, 2raumwohnung).
Ihr größter Hit war wohl Codo.
Tauchen - Prokopetz
Genre: NDW
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1983
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Blogvorstellung Humppazoid's House
Ich weiß gar nicht, warum ich ihn in meinem Blogroll nicht aufgeführt habe. Werde es schleunigst nachholen. Bei Humppazoid gibt es aktuell alles für Irish Folk Freunde:
- The Men They Couldn’t Hang
- The Pogues
- Shane McGowan
- Eyna
- Clannad
Für die unter Euch, die Messer Chups geil fanden, gibts bei ihm die vollständige Messer für Frau Müller Discographie.
Alles von The Smith gibt es dort ebenfalls.
Und auch ansonsten führt er einen genauso wilden Ritt durch die Welt der Musik, wie ich. Weniger Ska, dafür mehr Seventies Rock.
Humppazoid's House
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Dienstag, September 04, 2007
Bernadette La Hengst - Der beste Augenblick in deinem Leben
Bernadette La Hengst und Die Braut Haut Ins Auge habe ich bereits zur genüge vorgestellt, deswegen einfach nur einen Riesen-Dank an den edlen Spender dieses Albums.
Der beste Augenblick in deinem Leben
Genre: Alternative
Bitrate: 204 kBit/s (VBR)
Year: 2002
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Montag, September 03, 2007
Manu Chao - La Radiolina
"Politik ist ein Synonym für Korruption"
Am Freitag ist sein neues Album "La Radiolina" erschienen, zuvor ließ Manu Chao sechs Jahre lang auf sich warten. Im Interview erzählt der Weltenbummler u.a., was in der Zwischenzeit geschah.
Von Giuliano Benassi
Manu Chao im Münchner Biergarten.
Geladen waren die Journalisten ins noble Hotel Bayrischer Hof im Stadtzentrum Münchens, doch Manu Chao zog den grell leuchtenden Stern unseres Sonnensystems den fünf unter dem Namenszug des Etablissements vor. Das Interview fand also kurzerhand in einem gut besuchten Biergarten am Odeonsplatz statt. Mit schwarzem T-Shirt und Jeans sah der gut gelaunte Weltenbummler so unscheinbar aus, dass uns keiner wahr nahm - selbst die Kellnerin nicht.
2002 erschien das Livealbum "Radio Bemba Sound System" mit dazugehöriger DVD, in dem du deine Karriere, dein musikalisches Credo zusammengefasst hast. Danach war es bis letztes Jahr, als du wieder auf Tour gingst, in der breiten Öffentlichkeit ruhig. Keinen Bock mehr auf all den Rummel?
Nein, ich hatte einfach zu viel zu tun. Der Rummel hat mich nicht genervt, denn ich habe über die Jahre gelernt, damit zu leben. In meiner Karriere kam der Erfolg ja in Stufen - in homöopathischen Dosen, sozusagen. Ich habe mich an das gewöhnt, was ich bin, und wie ich damit umgehen muss.
Beim Coachella Festival in Kalifornien hast du im Mai vor Rage Against The Machine gespielt. Wie war das?
Super. Was ich in den USA interessant finde ist, dass bei unseren Shows 80% des Publikums Latinos sind. Die meisten kennen uns aus Südamerika, aber die Englischsprachigen kennen unsere Musik kaum. Von den 90.000 Leuten, die auf dem Festival waren, kannten vielleicht 5.000 meinen Namen. Es war eine Herausforderung, ein bisschen wie früher, wo ich mich noch beweisen musste. Ich hatte nichts zu verlieren. In anderen Teilen der Welt, wo die Leute meine Musik kennen, muss ich das nicht mehr. Die Herausforderung dort liegt eher darin, die Leute nicht an der Nase herum zu führen.
Im August erscheint deine neue Platte "La Radiolina". Die Lieder daraus sind gitarrenlastiger, obwohl der Stil zweifellos derselbe geblieben ist. War das eine bewusste Entscheidung, oder hat sich das so ergeben?
Na ja, als ich mein erstes Album "Clandestino" aufgenommen habe, hatte ich keine Band. Ich war alleine und habe die Gitarre selbst eingespielt. Mit zwei Fingern, denn das ist meine Technik. Bei "Proxima Estacion: Esperanza" war meine Band Radio Bemba schon zusammen, aber vielleicht ist die Platte etwas zu früh entstanden. Nun sind wir seit vielen Jahren auf Tour und ich habe zwei super Gitarristen, Madjid und den Schlagzeuger, der früher der Gitarrist war. Wir leben alle nahe beieinander in Barcelona, so ist es nur normal, dass das Album so klingt, wie es klingt. Es ist erst jetzt fertig geworden, und ich bin noch ein bisschen durcheinander, aber ich glaube, dass es so etwas wie das fehlende Glied zwischen einem Studioalbum wie "Clandestino" und dem ist, was wir auf der Bühne anstellen.
Du reist sehr viel ...
Ja, ich habe dieses Glück ...
...und nimmst dabei ständig Sachen auf. Hast du immer eine Gitarre und ein Aufnahmegerät im Gepäck?
Na ja, eine Gitarre nehme ich nicht mehr mit, aber die lässt sich immer finden. Im Flugzeug herrscht eine regelrechte Paranoia, früher ging das, aber heutzutage ist das immer ein Problem. In meinem Rucksack habe ich ein kleines Studio, einen Computer und ein Mikrophon, mit dem ich alles mache, meine Musik, mein Artwork, auch kleine Filme. Damit bin von Orten unabhängig. Das ist sehr wichtig für mich. In fünf Minuten ist alles aufgebaut - und schon kann's losgehen. Wenn ich eine Idee habe, muss ich sie gleich festhalten, sonst ist sie wieder weg. Mit Mano Negra musste ich ins Studio. Das ist zum Glück vorbei. Für meinen Lebensstil ist das mobile Studio die ideale Lösung.
Aber wo fügst du die Teile zusammen? Irgendwann hast du doch einen riesigen Haufen mit Puzzleteilen, die du erst zusammen setzen musst.
Nein, ein Song ist ein Song. Ich spiele sie und entscheide, welche mir gut gefallen. Dann fange ich an zu kombinieren: Diese Lied passt besser zu diesem - oder doch besser zu jenem? Ach, bei dem ist die Melodie gut, aber es passt eher der Text von dem anderen dazu ... ich recycle sehr viel. In meinen CDs findest du immer viele Passagen, die aufeinander verweisen. Ich mag es sehr, zu schneiden und zu basteln. Das tue ich mit meinem Rucksackequipment, oder auch zuhause in Barcelona, denn im Rucksack habe ich natürlich keine Effekte mit dabei. Wobei - und das ist das wichtigste Ziel in meinem Leben - ich alles, aber auch wirklich alles in meinem Rucksack bewerkstelligen will. Ich möchte versuchen, alles so weit wie möglich zu vereinfachen.
"Maradona ist wie Elvis: jenseits von Gut und Böse"
2004 hast du eine CD aufgenommen, die in Frankreich zusammen mit dem Kinderbuch "Sibérie M'était Contéee" erschienen ist. Die war auch sehr einfach und ging eher in Richtung Chanson.
Ja, ich nenne es Pariser Blues. Alles zuhause entstanden.
Hast du nicht daran gedacht, es einem größeren Publikum zugänglich zu machen?
Im Mittelpunkt stand erst mal das Buch. Ich habe einen neuen Job gelernt: Den eines Buchmachers. Es ist gar nicht so einfach. Die Zeichnungen von Wozniak waren schnell entstanden, wie auch die Texte, aber wie sollten wir sie platzieren? Welches Papier sollten wir nehmen? Ich habe vor lauter Betrachten fast mein Augenlicht verloren. Die Musik ist eher nebenbei entstanden. Als ich die Texte las, sind mir Melodien dazu eingefallen, die ich aufgenommen habe. Klar, ich würde daraus gerne eine CD machen, aber ich müsste die Sache noch einmal überarbeiten. Es waren 23 oder 24 Stück darauf. Nun, wo das alles verdaut ist, müsste ich noch einmal darüber schauen, sie kürzen und etwas mehr bündeln. Ich muss noch zwei Wochen Arbeit reinstecken.
Du scheinst momentan viel zu tun haben. Angeblich arbeitest du an einer brasilianischen CD, außerdem sollst du Material mit Patienten einer psychiatrischen Anstalt in Buenos Aires aufgenommen haben.
Die brasilianische CD ist so gut wie fertig, da ich viel Zeit in dem Land verbringe - mein Sohn wohnt dort. Ich habe Lust, eine CD auf Brasilianisch heraus zu bringen - ich weiß nicht warum, aber so ist es halt. Aber dazu brauche ich auch wieder Zeit, da ich noch postproduzieren muss. Doch davor will ich noch die CD aus der Klinik Colifata zu Ende bringen. Eine weitere CD, die so gut wie fertig ist, ist eine Zusammenarbeit mit Amadou & Mariam, für die ich 2004 schon eine CD produziert habe. Diesmal geht es aber um ihren Sohn, der in Mali lebt und eine Hip Hop-Band namens Smod hat. Da bin ich aber eigentlich nur der Aufnahmetechniker, weil sie ihre Songs schon so gut wie fertig ins Studio bringen.
Außerdem hast du noch mit Emir Kusturica zusammen gearbeitet. Er hat das Video zur neuen Single "Rainin In Paradise" gedreht, zusammen habt ihr an einem Film über Maradona gebastelt.
Ja, Emir arbeitet an einem Dokumentarfilm über Diego. Er wollte, dass ich Diego ein Lied vorsinge, und dachte dabei an ein altes Mano Negra-Stück namens "Santo Maradona", das ich vor langer Zeit in Neapel aufgenommen habe. Ich dachte, cool, aber warum sollte ich nicht einen neuen Song schreiben? So bin ich nach Neapel gegangen, habe Maradona getroffen und "La Vida Es Una Tombola" geschrieben. Das war mein einziger Beitrag zum Film - vielleicht gerade mal eine Minute, wenn sie nicht noch rausgeschnitten wird. Ich singe Diego ein Lied über ihn vor, das er nicht kennt - das ist alles. Ich hoffe, dass es ihm gefallen hat.
Wie geht es Maradona denn so?
Er hat seine Höhen und Tiefen. Als ich ihn das letzte Mal in Argentinien gesehen habe, schien es ihm ganz gut zu gehen. Er hat ein riesiges Herz. Ich habe ihn nur zweimal getroffen, kann also nicht behaupten, ihn seit Jahren zu kennen, aber er ist ein Kerl von der Straße, er kennt immer noch all diese Codes und Verhaltensregeln. Er hat seine Wurzeln nicht vergessen. Sein wichtigster Code ist die Freundschaft. Er hat seine gute und seine schlechten Seiten. Deshalb ist er der perfekte Mensch für ein Lied mit dem Titel "Das Leben ist eine Lotterie". Sein Leben ist eine unglaubliche Lotterie, wenn man bedenkt, was es für einen Lauf genommen hat. Nachdem ich ihm das Lied vorgesungen habe, hat Emir ihn interviewt. Ein Satz hat mich dabei beeindruckt. Als er seinen ersten Vertrag unterschrieben hat, war er sich zwei Dingen sicher: Dass er seiner Mutter ein Haus schönes kaufen und Weltmeister werden würde. Was er damals nicht wusste, war, dass er eines Tages dem Kokain verfallen würde. Eine Lotterie, eben.
Er ist jedenfalls ein Mensch, an dem sich die Geister scheiden.
Ich habe einen Freund getroffen und respektiere ihn. Meiner Meinung bewegt er sich auf einer Ebene, die oberhalb der Kategorien "Gut" und "Böse" ist, so wie etwa Elvis. Es ist nicht einfach, Diego Maradona zu sein. Ich habe vier Stunden mit ihm in Neapel verbracht. Ich weiß, was es bedeutet, berühmt zu sein, auch wenn ich es natürlich lange nicht so bin wie er. Die Zeit mit ihm war sehr anstrengend. Ein ständiger Adrenalinrausch. All diese Liebe, all dieser Druck, immer 100%. Auch Liebe kann manchmal zu viel sein.
2001 hast du in Genua beim G8-Gipfel gespielt. Damit bist du zu so etwas wie einer Ikone der Antiglobalisierungsbewegung geworden. Was hältst du davon?
Ich habe schon immer gesagt: Nein. Das möchte ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass mich die Bewegung jemals als eine Ikone angesehen hat. Es waren die Medien, die mich dazu gemacht haben, weil sie etwas einem Antlitz geben wollten, das bis dahin keines hatte. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, dass es so eine Bewegung gibt, die für eine bessere Welt und die Zukunft unserer Kinder kämpft. Es war hart, mich ein oder zwei Jahre lang von diesem Image distanzieren zu müssen.
Hast du dich deshalb zurück gezogen?
Nein. Der Grund, weshalb ich in den letzten Jahren nicht mehr so präsent in den Medien war, lag daran, dass ich mich anderen Dingen gewidmet habe. Ich möchte keine Ikone sein. Das ist gefährlich, denn dann liegt die ganze Aufmerksamkeit auf dir - und die Gefahr steigt, korrumpiert zu werden. Die Medien brauchen jemanden, den sie kritisieren oder verzerren können. Der will ich nicht sein. Die Bewegung existiert und wächst immer mehr, aber es ist sehr wichtig, dass sie horizontal strukturiert bleibt, ohne dass es zu Streitereien kommt. Sobald du ein Aushängeschild hast, kommt das nächste, und dann fangen die Medien an, Differenzen hineinzudichten und einen falschen Krieg anzuzetteln, der dann zum Schluss tatsächlich zustande kommt. Die Medien wissen genau, wie man so etwas aufbaut.
Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass soziale Gerechtigkeit gerade in ist. So ist eine Doppel-CD mit John Lennon-Covern erschienen, um Geld für Amnesty zu sammeln und auf die dramatische Lage in Darfur aufmerksam zu machen. Andererseits gab es Live Earth. Was hältst du von diesen Aktionen?
Ich habe dazu keine wirkliche Meinung.
Würdest du daran teilnehmen? Oder wäre das wieder eine "Ikonisierung"?
Niemand hat mich gefragt, ob ich teilnehmen will. Im Nachhinein haben die Organisatoren wohl behauptet, ich hätte abgesagt, aber das stimmt nicht.
In einem Artikel habe ich gelesen, dass du in Heiligendamm gewesen sein sollst.
Wo soll ich gewesen sein? Nein, das stimmt nicht, aber das liegt wohl daran, dass es viele Manu Chaos gibt ... wie gesagt, ich kann mich nicht zu einer Meinung durchringen. Das Problem an solchen Veranstaltungen ist, dass es schwierig ist, konkrete Ergebnisse zu erzielen. Ich bevorzuge viel mehr lokale Tätigkeiten. Sie sind zwar nur begrenzt, aber wenn du dich persönlich engagierst, siehst du wenigstens ein Ergebnis. Du erkennst, ob du das Richtige oder das Falsche tust, denn nicht immer tust du automatisch das Richtige. Du kannst deine Handlungen anpassen, und beim nächsten Mal wird's dann besser. Wenn du etwas in einem so großen Rahmen aufziehst, siehst du kaum Ergebnisse. Ich bin nicht dafür, ich bin nicht dagegen, die Angelegenheit ist einfach zu kompliziert.
Ist es das, was du mit dem Song "Politics Kills" auf deinem neuen Album ausdrücken willst, weil die Anweisungen von oben und nicht von unten kommen?
Politik braucht beides, denn Politik will deinen Kopf. Und um deinen Kopf zu erobern, setzt sie alles ein, Lügen, Tricks, Bomben. Politik braucht Blut. Das Lied habe ich schon vor vier oder fünf Jahren geschrieben, es ist also nicht unbedingt an ein konkretes Ereignis gebunden.
Glaubst du also, dass Politik an sich böse ist? Ohne Politik geht es ja auch nicht ...
Ich glaube, dass die Figur des Politikers ursprünglich eine sehr schöne war. Vielleicht sogar die interessanteste überhaupt. Leider wurde die Funktion von professionellen Politikern komplett verdorben. Heutzutage ist Politik ein Synonym für Korruption, und zwar überall. Wir reden viel über Demokratie, aber die Demokratie ist krank. Ich bin jetzt 46 und wähle, seitdem ich 18 bin. In meinem ganzen Leben habe ich noch nie die Möglichkeit gehabt, für jemanden zu wählen. Ich habe immer gegen jemanden gewählt. Und ich weiß, dass ich da nicht der einzige bin. Das ist nicht gesund.
Bei einem Konzert in Brooklyn hast du vor kurzem gesagt: "Man kann nicht Terrorismus mit Terrorismus bekämpfen. Der Gewalt solltet ihr Bildung, nicht noch mehr Gewalt entgegen setzen". Ist das das beste Rezept?
Der einzige Weg, Terrorismus zu bekämpfen, sind Bildung und Arbeit. Was die Leute brauchen, ist Arbeit. Wenn jeder in seinem eigenen Land seinen Lebensunterhalt bestreiten und sich wohl fühlen könnte, gäbe es keinen Terrorismus. Bildung ist natürlich auch sehr wichtig. Egal, wo ich in der Welt bin, gibt es ein großes Erziehungsproblem. Es herrscht ein großer Mangel an Bildung in den Familien, aber auch in den Schulen. Kinder glauben einfach nicht mehr an die Schule. Ihre Schule ist die Straße. Und das Fernsehen. Das einzige, was du von Fernsehen lernst, ist, dass alles schnell und einfach zu kriegen ist - ohne viel dafür zu tun. Du brauchst immer das Neueste, das ist das Einzige, was zählt. Das ist keine gute Erziehung. Sie werden ohne Ethik erzogen, weil das Fernsehen keine Ethik vermittelt. Das ist sehr, sehr gefährlich.
Für die jetzige Generation der Vierzehnjährigen ist es wahrscheinlich zu spät, so leid es mir tut. Wir müssen an der nächsten arbeiten. Wenn wir das nicht tun, werden wir ein riesiges Problem haben. Noch zwei oder drei Generationen, die so aufwachsen ... ich will kein Pessimist sein, aber dann ist das, glaube ich, das Ende der Zivilisation. Das ist überall so, in der ersten und auch der dritten Welt. In Brasilien habe ich einen Freund, der der Anführer seines Gettos ist. Er ist vielleicht 25 Jahre alt. "Ich bin ein böser Kerl", hat er zu mir gesagt, "ich fürchte niemanden, weder die Polizei noch meine Feinde. Doch ich habe Angst vor meinem kleinen Bruder". Und diese Stimmung herrscht überall.
Du unterstützt verschiedene Projekte in dieser Hinsicht.
In Frankreich haben wir schon seit vielen Jahren einen Verein namens "Caravan du Quartier". Viele Künstler treten in Problemvierteln auf, wobei die Bewohner der Viertel alles selbst organisieren. Aber die Kids sind echt hart geworden, sehr wütend. Ich bin auch voller Wut. Meine erste Reaktion, wenn ich sehe, wie die Welt läuft, ist Wut. Aber ich habe einen Weg gefunden, mich abzureagieren. Meine Therapie ist die Musik. Ich habe es geschafft, meine Wut in eine positive Energie umzuwandeln. Viele Kids haben diese Chance aber nicht. Das Gefühl, das die Gesellschaft den meisten Leuten vermittelt, ist Wut, so schade es auch ist. Und es wird immer schwerer, diese Kids zu erreichen. Sie nehmen teil, und sie unterhalten sich auch mit dir, doch plötzlich macht es peng und es ist vorbei - du erreichst sie einfach nicht mehr.
Einige Leute - darunter auch ehemalige Mitglieder von Manu Chao - haben dir deinen Erfolg übel genommen. Las Wampas etwa hatten Erfolg mit dem Stück "Manu Chao". Wie kann man linke Ideen vertreten und dabei Geld machen, scheint ihr Motto zu sein. Hat dich diese Kritik hart getroffen?
Och, das sind Freunde von mir. Sie haben mich gefragt, ob sie meinen Namen verwenden können, und die Erlaubnis habe ich ihnen natürlich gegeben. Ich kenne sie schon seit Ewigkeiten und finde, dass sie eine großartige Band sind. Ich denke, es ist nicht ihr bester Song, aber sie sind sehr gut. "Las Wampas Vous Aime" ist meiner Meinung nach die beste Rockplatte, die es in Frankreich jemals gegeben hat.
Nimmst du solche Kritik also mit einem Lächeln an?
So ist es halt, wenn du berühmt bist: Alles ist übertrieben. Manche Kritiker loben dich über alle Wolken und behaupten, du seist ein Genie. Ich weiß genau, dass ich keines bin. Andere behaupten, du seist total schlecht. So schlimm finde ich mich aber auch wieder nicht. Das ist ein Teil des Spiels. Es lehrt dich, dass du zur dir selbst finden musst. Du musst sowohl mit Kritik als auch mit Lobeshymnen zu Recht kommen. Du musst deine eigene Balance finden, sonst wird es sehr schwer. Es gibt Leute, denen ich vertraue. Wenn sie sagen "Manu, du liegst falsch", dann akzeptiere ich das und handle entsprechend. Manche Dinge stelle ich richtig an, andere falsch. Aber so ist das Leben.
laut.de
La Radiolina CD
Genre: Alternative
Bitrate: 162 kBit/s (VBR)
Year: 2007
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Trost - Trust Me
Wünsche sind mir sehr willkommen, da kann ich wenigstens dran erkennen, welchen Musikgeschmack die geneigte LeserInnenschaft hat.
Zum Album: Finde ich interessant, auch wenn die gute Annika, mit der wunderschönen Stimme, in Solo meinen Geschmack nicht wirklich trifft - vor allem nicht wenn sie englisch singt. Rühmliche Ausnahme bei den englischsprachigen Songs ist der Track 5, The Scales And The Score, der richtig schön düster kommt. Ausgesprochen gut finde ich den Opener Cowboy. Wann hört man schon mal deutschsprachigen Trip-Hop?
Trost heißt ein neues Projekt aus Berlin, nicht nur, weil es uns Trost spenden will, sondern weil die Protagonistin, früher Teil des Duos Cobra Killer, von Shizuo und Atari Teenage Riot, Annika Line Trost heißt. "Trust Me" nennt Annika ihr zweites Album, ein buntes dreisprachiges Fräulein-Trip-Pop-Kaleidoskop, das sich noch weiter weg bewegt vom intellektuellen Electronic-Punk der früheren Trost-Tage. Trost brauchte früher nur einen Sampler, um eine wilde und großartige Bühnenshow zu bieten. Was sie damit jedoch alles erschafft, das ist virtuos.
Diesmal jedoch griff sie nicht nur auf ihren alten Sampler-Freund, sondern auch auf einige Musiker zurück, und als gelernte Schlagzeugerin und früherer Klavier-Elevin war sie scheinbar auch sehr anspruchsvoll bei der Suche.
Frau Trost arbeitet rhythmisch mit quasi jeder Variante des tanzbaren Schlagwerks, das je ertrommelt wurde. Alles was in Afrika über den Balkan, im Club, am Lagerfeuer,
von der argentinischen Hafenbar, den Pariser Brasserien oder auf moderner Ballettbühne an Beats jemals erfunden worden ist. Und wir sprechen jetzt nur vom Rhythmus!
Musikalisch erzückt uns Trost, grundsätzlich leicht elektronisch verzerrt, mit echtem (beziehungsweise eben gesampelten) Klavier, Geigen, Posaunen, E-Gitarren oder schwummrigen Kino-Sounds, die sie in die unterschiedlichsten Zusammenhänge stellt: In einen schleppenden Tom-Waits-Duktus beispielsweise, in fluffige 70er-Jahre-Pornofilm-Beats, Zirkus-Bigbandsounds der 60-er, ins Vampirfilm-Genre, in die boogaloo-geschwängerten Serien-Leichtigkeit der orange-grünen Mustertapeten-Ära,
zum mädchenhaften 70er-Jahre-Stil der französischen Lolita-Chansonnieren, neben die ironische NDW-Frische der 80er-Jahre-Stachelhaar- Schwestern, die lakonische Verrücktheit der Francoise Cactus oder die schrill-autistische Versunkenheit einer Nico. Diese unbeirrte, völlig unhomogene Stilmischung ist aber, anders als sonst so oft, nicht störend oder nervtötend, im Gegenteil, sie ist bunt und überraschend, durchdacht und hochmusikalisch.
Frau Trost arbeitete in Studios in Australien und Berlin, nutzte ortsansässige Musiker von The Devastations, Ideal (F.J. Krüger) oder Nick Cave (Thomas Wydler). "Trust Me" wurde ein witziges Album, bizarr und kreativ, hochmodern dank der mangelnden Berührungsangst auch mit traditionellen Mitteln, ein wildes Album für böse Mädchen, nie bequem aber immer schön!
Kati Hofacker(2006)
Trust Me
Genre: Electronic
Bitrate: 167 kBit/s (VBR)
Year: 2006
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Sonntag, September 02, 2007
Annett Louisan - Das Optimale Leben
Seit Ihrem ersten Album "Bohème" klebt das süß-verruchte Lolita-Image an Ihnen. Nervt Sie das?
Ich bin darüber hinweg. Anfangs habe ich eine defensive Haltung angenommen aber jetzt rechtfertige ich mich nicht mehr dafür, wie ich bin. Ich mache einfach mein Ding. Ich werde mich nicht verkleiden. Ich werde mich nicht verändern, auch optisch nicht. Die Leute müssen akzeptieren wie ich bin. Wie hat Jane Birkin damals schon gesagt: "Lolita go home!" Aber irgendwie wird die doch immer zu mir gehören. Trotzdem: Das ist längst nicht alles von mir.
Haben Sie sich deswegen für "Das optimale Leben" zwei Jahre Zeit gelassen - um erstmal Ihren Erfolg und die Reaktionen zu verarbeiten?
Ja, "Bohème" und "Unausgesprochen" sind sehr schnell hintereinander veröffentlicht worden. Danach musste ich mich erst einmal etwas herunterfahren. Das war gar nicht so einfach. Ich bin in den letzten Jahren sehr ungeduldig und schnell gewesen, was mein Leben angeht. Kaum stand der Koffer in der Ecke, hab ich schon mit den Füßen gescharrt. Das typische Tour-Syndrom. Um runterzukommen habe ich versucht, mich auf ganz banale Dinge zu konzentrieren. meinen Körper und schlafen ohne zu träumen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht in dieser Zeit. Und auf meinem Album habe ich genau diese verarbeitet. Die Frage nach dem Glück zum Beispiel. Wenn man wie ich so erfolgreich geworden ist und sich einen Traum erfüllt hat, dann fragt man sich schon: Kann dich eigentlich noch irgendetwas im Leben jemals noch einmal so glücklich machen? Was kommt danach? Muss man sich übertreffen, um das gleiche Gefühl der Zufriedenheit zu bekommen? Aus diesen Fragen ist "Das optimale Leben" entstanden.
Und haben Sie das Glück wieder gefunden?
Ja, und zwar genau jetzt. Ich mag diesen Zustand, kurz bevor man etwas erreicht hat, eigentlich am liebsten. Dann ist da diese Vorfreude und alles ist noch offen. Auch gewisse Selbstzweifel sind da, aus denen man als Musiker schöpft. Diese ständige Suche nach der Bestätigung, die einen kickt. Man ist noch nicht an einem Punkt, an dem man sich schon was Neues suchen muss, sondern man ist kurz davor.
Dann entspricht Ihr Album "Das optimale Leben" ja genau ihrem aktuellen Lebensgefühl.
Es ist ein glückliches Leben. Meine Idealvorstellung vom optimalen Leben lässt sich leider nicht wirklich umsetzen. Toll wäre es, einen Koffer zu haben, in den alle meine Sachen reinpassen und den ich auch noch selbst tragen kann. Einfach frei zu sein und die Möglichkeit zu haben, von hier nach da zu ziehen. Aber das ist natürlich - gerade wenn man sich anderen Menschen verbunden fühlt - nur eine Traumvorstellung.
Fühlen Sie sich etwa nicht wohl in Ihrer Wahlheimat Hamburg?
Oh doch. Und wie! Ich wohne direkt an der Elbe, mit Elbblick. Das ist für mich jeden Tag wieder ein Traum. Gerade weil ich so selten zu Hause bin. Hamburg ist Heimat. Für mich als bekannte Person ist es sehr angenehm hier zu wohnen. Hier sind alle sehr dezent. Ich liebe es, an der Alster ein Buch zu lesen, den Kiez, die Schanze... Hamburg ist eine wunderschöne Stadt. Mondän, aber schön.
In der Pressemitteilung heißt es, Sie seien eine kleine Revolution. Inwiefern revolutionieren Sie denn die Musik?
Ach, mit dem Wort Revolution kann ich eigentlich nicht viel anfangen. Ich bin auch keine Vorreiterin. Ich finde es gut, wenn man bei jedem Album wieder von Null anfängt. Vorstellungen, Druck und Vergleich sind der Tod. Das Schöne ist, dass ich in eine Nische reingerutscht bin, die ich mir selbst geschaffen hab. Das empfinde ich als großen Vorteil. Es ist sehr schwierig, so etwas zu kopieren. Die Ästhetik der Sprache, die Stimme und auch der gewisse Sound, den wir über die Jahre weiterentwickelt haben. Ich bewege mich in einem Genre zwischen Walzer-Blues und Bossa Nova. Keine Revolution. Einfach Annett Louisan.
Was ist denn anders oder neu an diesem Album?
Schwierige Frage. Es ist auf jeden Fall mein eckigstes Album. Sehr persönlich. Und es war harte Arbeit. Alles, was lässig, einfach und klein scheint, ist harte Arbeit. Easy listening, hard working. Annett Louisan war davor immer sehr spartanisch, ohne viel Pipapo. Da passiert jetzt natürlich schon viel mehr. Die Streicherarrangements, die Chöre... Die Musik tritt etwas weiter in den Vordergrund, ist präsenter.
Welchen Song mögen Sie selbst denn am liebsten?
"Was haben wir gesucht". Ich finde das ist ein ganz großer Wurf (lacht). Dieser Song berührt mich einfach. Der Text, die Melodie, die weinende Geige. Wenn ich das Stück anderen Leuten vorsinge, dann passiert da etwas mit ihnen. Das merke ich. Die bleiben dran. Der kommt sofort ganz nah an sie ran.
Wahrscheinlich weil Sie Ihnen aus der Seele sprechen
Ich hoffe es. Mein Texter Frank Ramond und ich sind immer auf der Jagd nach diesem "Kennst du das auch?". Dabei verarbeite ich auch meine eigenen Gefühle. Aber es gibt auch Kunstgriffe, die wir beim Texten anwenden. Frank und ich gehen da zum Teil sehr analytisch vor. Wir lesen schon mal eine Studie zum Thema Eifersucht. Ich glaube, dass "Das optimale Leben" vor drei Jahren noch nicht meine Welt gewesen wäre. Jetzt, so um die 30, ist genau die Zeit, in der ich mir Gedanken mache über Lebenswünsche, geplatzte Lebensträume.
Freuen Sie sich denn auf die 30 oder packt Sie eher die Panik?
30 ist ein geiles Alter für eine Frau. Ich genieße die Zeit jetzt viel mehr als mit 20, weil man den Hebel in der Hand hat. Man wird ernst genommen, man nimmt sich selbst immer mehr ernst. Finanzielle Unabhängigkeit, die Persönlichkeit, die sich immer weiter entwickelt, dass man gewisse Dinge auch einfach mal akzeptiert. Es gibt aber auch Momente in denen ich mir denke, so eine gewisse Unbekümmertheit wäre auch nicht schlecht. Weniger Verantwortung. Einfach mal die Festplatte löschen. Gerade bei meinem Job möchte man gerne mal nur für einen Moment unter die Bettdecke kriechen.
Vor zwei Jahren haben Sie geheiratet. Wie halten Sie sich so erfolgreich aus den Klatschspalten raus?
Boulevard ist einfach nicht mein Ding. Ich denke, dass das Annett Louisan entzaubern würde. Und mich auch. Ich brauche als Person meinen Freiraum. Ich muss die Tür hin und wieder mal zumachen können. Ich werde ja sowieso schon so viel bewertet; meine Musik, mein Aussehen, mein Auftreten. Aber mein Privatleben nicht! Das würde dann doch zu sehr an die Substanz gehen, weil ich sehr verletzbar bin.
Aus dem Grund haben Sie wahrscheinlich auch den einschlägigen Männermagazinen wie "Playboy" und Co. Abfuhren erteilt...
Ja, es kamen Angebote. Aber ich habe alles abgelehnt. Gerade bei "Bohème" hatte ich eher das Gefühl, ich müsste mir einen Rollkragenpullover anziehen. Dieses ganze Lolita-Ding ist so skurril für mich gewesen. Ich kokettiere gerne. Aber wenn man das so um die Ohren kriegt, dann bekommt das einen komischen Beigeschmack.
Fühlten Sie sich denn geschmeichelt?
Das war so eine Mischung. Wenn das Angebot nicht gekommen wäre, wäre es wohl auch komisch gewesen. Trotzdem habe ich erstmal den dicken Pulli angezogen, um die Leute auf den Inhalt zu lenken. ich glaube, dass mir das ganz gut gelungen ist.
In "Kleine Zwischenfälle" geht es um die Weichen, die das Leben einem stellt. Machen Sie sich viele Gedanken darüber, wie Ihr Leben hätte anders verlaufen können?
Ja, ich verbringe sehr viel Zeit damit. Das hat mich schon immer interessiert. Letztendlich ist es ja so, dass man nichts überprüfen kann. Du lebst nur einmal. Selbst etwas Positives kann sich auf etwas anderes negativ auswirken. Das ist ja aber auch das Schöne am Leben. Eigentlich ist es eine Erleichterung, nicht zu wissen, was man im Leben richtig oder falsch gemacht hat. Ich bin zum Beispiel ohne Vater aufgewachsen. Das ist etwas, was mein Leben sehr beeinflusst hat. Ich kenne nur meine Mutter. Und es hätte natürlich auch alles ganz anders laufen können. Es ist ein Zufall. Das Leben an sich nicht. Das sollte man nicht in Frage stellen.
Kann es sein, dass die Männer in Ihren Texten oft ihr Fett weg bekommen, weil Sie ohne Vater groß geworden sind?
De facto ist es so, dass es einen Unterschied macht, eine männliche Bezugsperson zu haben, die dich aufzieht. Das kann man nicht wegdiskutieren. Aber es ist nichts Aufgesetztes in meinen Texten. Ich bin ja nun einmal so geworden, wie ich bin. Ich kenne viele Menschen, die ohne Vater aufgewachsen sind - auch Männer. Die sind dadurch irgendwie anders. Femininer. Und haben eine andere Gedankenwelt. Das macht viel aus. Aber man hat ja die Möglichkeit, das alles als erwachsener Mensch zu verarbeiten. Sich selbst zu checken. Auch wenn das manchmal etwas desillusionierend ist und man einiges gar nicht so genau von sich wissen will.
Mit was für einer Musik sind Sie aufgewachsen?
Ich bin mit Popmusik aufgewachsen. Damals im Osten hatte ich nicht die Möglichkeiten, in einen Plattenladen zu gehen und alles zu bekommen. Also hat mich in meiner Kindheit das Radio sehr geprägt. Ich bin mit Madonna, Prince und Stevie Wonder aufgewachsen. Und auch mit deutschsprachigen Künstlern wie Herbert Grönemeyer.
Hat Sie die DDR in Ihrer Musik beeinflusst?
Ja, da bin ich mir ganz sicher! Meine Kindheit war sehr speziell. Die ist anders verlaufen, als wenn ich in Hamburg geboren wäre. Das ist wahrscheinlich dieser Freiheitsentzug, der mich geprägt hat. Durch die wenigen Möglichkeiten, die einem die DDR bot, hatte ich überhaupt die Chance zum Fantasieren. Ich habe gelernt, dass ich auch glücklich sein kann, wenn nichts oder wenn nur sehr wenig da ist. Ich konnte mir meine eigene Welt erschaffen. Ich war einfach ein typisches Mädchen, das auf dem Land groß geworden ist, schon immer von der Großstadt geträumt hat und sich Brigitte-Bardot- und Romy-Schneider-Filme gesehen hat. Die Träumereien, der Freiheitsdrang Das alles hat mich stark beeinflusst. Hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. Und heute habe ich ein optimales Leben.
stern.de
Das Optimale Leben
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Noch mehr von Witt
So - hier hab ich noch ein paar Alben von Joachim Witt ausgegraben. Auf LP - noch nicht geripped hab ich noch Edelweiß von 1982. Wer die haben möchte, muß sich noch etwas gedulden. Jetzt erst mal viel Spaß mit diesen.
Silberblick
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1981
Bayreuth Eins
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1998
Bayreuth Zwei
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2000
Eisenherz
Genre: Alternative
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 2002
Bayreuth Drei
Genre: Alternative
Bitrate: 160 kBit/s
Year: 2006
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Samstag, September 01, 2007
Götz Alsmann - zum Dritten
Wo unser Bömbchen so lieb war die For Collectors zur Verfügung zu stellen, hab ich dann Zuckersüß auch wieder hochgehoben.
Wer noch andere Alben von Götz Alsmann, die noch nicht hier vorgestellt wurden, bitte melden.
Zuckersüss
Genre: Jazz
Bitrate: 192 kBit/s
Year: 1999
For Collectors: 1982-1991
Genre: Jazz
Bitrate: 128 kBit/s
Year: 2001
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